Eine aktuelle Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Savanta im Auftrag der britischen Zeitung The Telegraph hat ergeben, dass eine deutliche Mehrheit der Briten die Einwanderungspolitik des Landes für die kürzlich stattgefundenen Unruhen mitverantwortlich macht.
Laut der Erhebung, an der 2.237 Personen teilnahmen, sehen 64% der Befragten einen Zusammenhang zwischen der britischen Einwanderungspolitik und den landesweiten Ausschreitungen, die Anfang des Monats stattfanden. Die Unruhen waren ursprünglich durch ein Gewaltverbrechen in der Stadt Southport ausgelöst worden, bei dem ein Teenager ruandischer Abstammung drei Kinder tötete und zehn weitere verletzte.
Obwohl 82% der Umfrageteilnehmer die Randalierer selbst für die Ausschreitungen verantwortlich machen, gefolgt von 75%, die rechtsextreme Gruppen und Influencer beschuldigen, sieht eine klare Mehrheit auch einen Zusammenhang mit der Einwanderungspolitik. 59% gaben zudem an, dass die Messerattacke in Southport der Auslöser für die Krise gewesen sei.
Die britischen Behörden reagierten mit harten Maßnahmen auf die Unruhen. Laut BBC-Angaben wurden über 1.000 Personen festgenommen, 480 angeklagt und 99 bereits verurteilt. Auch gegen Vergehen in sozialen Medien wurde vorgegangen, mit etwa 30 Anklagen wegen Online-Delikten.
Die Umfrage zeigt eine gespaltene Meinung zur Reaktion der Regierung: 49% bewerteten das Vorgehen positiv, während 43% es als schlecht einschätzten. Premierminister Keir Starmer, der in einer öffentlichen Ansprache die Messerattacke nicht erwähnte und stattdessen allen Randalierern "rechtsextreme Motive" unterstellte, wird von 44% der Befragten für die Unruhen mitverantwortlich gemacht.
Die Ergebnisse der Umfrage werfen ein Schlaglicht auf die anhaltenden Diskussionen um Einwanderung und Integration in Großbritannien. Mit rund 1,2 Millionen Zuwanderern allein im letzten Jahr bleibt das Thema politisch und gesellschaftlich brisant.



