Dem Bloomberg Billionaires Index zufolge verfügen die Öl- und Gasindustriellen inzwischen über ein kollektives Nettovermögen von 239 Milliarden US-Dollar, das seit dem Einmarsch Russlands in die Ukraine am 24. Februar um 10 Prozent gestiegen ist. Der Anstieg des Vermögens steht in direktem Zusammenhang mit dem Anstieg der Energiepreise in den letzten Monaten.

Seit dem Einmarsch Russlands in die Ukraine sind die Brent-Preise um bis zu 32 Prozent gestiegen und lagen letzte Woche bei etwa 106 Dollar, wie Bloomberg berichtet. Während die Preisspitzen andere Branchen ins Chaos gestürzt haben, haben die Unternehmen, die fossile Brennstoffe produzieren oder transportieren, davon profitiert.

Der Mitbegründer von Continental Resources Inc., Harold Hamm, ist beispielsweise im BBI um 28 Plätze auf Rang 93 aufgestiegen und verfügt nun über ein Vermögen von über 18 Milliarden Dollar. Richard Kinder von Kinder Morgan konnte sein Nettovermögen auf 8,5 Milliarden Dollar steigern.

Schon vor der Invasion in der Ukraine wurden die Ölpreise in den USA durch die Nachfrage nach den Covid-Lockdowns in die Höhe getrieben. Und es waren vor allem private Unternehmen, nicht öffentliche, die die Gelegenheit höherer Preise am stärksten nutzten, heißt es in dem Bericht.

Andrew Dittmar, Direktor beim Energieanalytik- und Softwareunternehmen Enverus, sagte gegenüber Bloomberg: "Auf der privaten Seite ist der Druck der Aktionäre nicht annähernd so stark. Für Privatunternehmen ist es wirtschaftlich sinnvoll, in eine wachsende Produktion zu investieren."

Der Gründer und alleinige Eigentümer von Hilcorp Energy mit Sitz in Lafayette, Louisiana, Jeffery Hildebrand, verfügt inzwischen über ein Nettovermögen von mehr als 12 Milliarden Dollar. Autry Stephens, der Gründer von Endeavor Energy Resources, konnte sein Nettovermögen auf 5,2 Milliarden Dollar steigern.

Michael Smith, dem etwa 63 Prozent von Freeport LNG gehören, konnte sein Vermögen auf 6,2 Milliarden Dollar steigern, nachdem das Unternehmen 25 Prozent seiner Anteile an ein japanisches Unternehmen verkauft hatte, das Freeport mit 9,7 Milliarden Dollar bewertete.

Talon Custer, ein Analyst von Bloomberg Intelligence, kam zu dem Schluss: "Die Wette von Michael Smith auf die US-Gasindustrie hat sich ausgezahlt. Und sie haben Optionen, um zu wachsen."