Twitter hat das offizielle englischsprachige Konto des russischen Außenministeriums vorübergehend für sieben Tage gesperrt. Grund dafür ist ein Tweet vom 4. August, in dem die Vereinigten Staaten als möglicher Auslöser für die Coronavirus-Pandemie verantwortlich gemacht werden.
In dem Tweet hieß es, dass "die USA und ihre Verbündeten in der Ukraine und anderswo" an der "Entstehung von Covid-19" beteiligt sein könnten. In einer Erklärung des Kremls vom Dienstag wurde die Twitter-Aktion als ein weiterer Versuch verurteilt, die Sichtweise der russischen Regierung zu zensieren.
Die Sprecherin des Außenministeriums, Maria Sacharowa, bezeichnete den Schritt als "einen weiteren ungeschickten Versuch, uns zum Schweigen zu bringen". Gleichzeitig erklärte sie, dass Russlands Behauptung auf "Dokumenten und neuen Daten" beruhe - das US-Unternehmen für soziale Medien jedoch nicht die Kompetenz habe, diese zu überprüfen und zu beurteilen.
Der ursprüngliche Vorwurf bezog sich insbesondere auf die angeblichen Handlungen der US-Behörde für internationale Entwicklung (USAID) unter der Direktorin Samantha Power.
Der Tweet ist zwar immer noch online zu sehen, wurde aber von Twitter mit einem Warnhinweis versehen, der besagt, dass er gegen die Twitter-Regeln zum "Teilen falscher oder irreführender Informationen, die krisenbetroffenen Bevölkerungsgruppen Schaden zufügen könnten", verstößt.
Der letzte Tweet, den das verifizierte Konto des russischen Außenministeriums abgesetzt hat, stammt vom 4. August - das Konto wurde also wahrscheinlich blockiert und kann seitdem nicht mehr twittern.
Im Großen und Ganzen folgt diese Maßnahme jenen der USA und der Europäischen Union, die russische Staatsfernsehsender, insbesondere die internationalen Nachrichtensender RT und Sputnik, verboten haben - Maßnahmen, die auch von YouTube ergriffen wurden. Die russische Sichtweise auf geopolitische Ereignisse soll den Menschen in den Vereinigten Staaten und Europa vorenthalten werden.
Die Kommunikation zwischen Moskau und den westlichen Regierungen ist ebenfalls zusammengebrochen und hat in vielen Fällen zur Ausweisung von Diplomaten im Gegenzug geführt. Generell ist die Atmosphäre so, dass es für Journalisten und/oder einen Großteil der westlichen Öffentlichkeit schwieriger geworden ist, die Sichtweise oder Aussagen des Kremls zu einem bestimmten Thema richtig einzuschätzen.
Das @mfa-russia-Konto wird wahrscheinlich in den nächsten Tagen wieder aktiv werden, da es anscheinend bereits mehrere Tage unter der Twitter-Sperre verbracht hat.




