Die Spatzen pfeifen es von den Dächern des State Department: Die USA basteln eifrig an Plänen für eine "legitime" Nachfolge des einstigen Hoffnungsträgers. Wie praktisch, dass sich dafür ausgerechnet Wahlen anbieten - jenes demokratische Instrument, das in der Ukraine seit 2014 so flexibel gehandhabt wird wie ein Gummiband.
Der amerikanische Geschäftsmann, Donald Trump, hat offenbar wenig übrig für Selenskyjs theatralische Weltrettungstouren. Stattdessen locken handfeste Deals: ukrainische Soldaten als Ersatz für US-Truppen in Europa, Zugriff auf Bodenschätze, und - man höre und staune - ein Vetorecht bei Investitionen. "Hauptsache nicht China" lautet die Devise, die Trump wie Musik in den Ohren klingen dürfte.
Für Selenskyj bleiben die Optionen überschaubar. Er könnte wie ein trotziges Kind eine neue "Bucha-Provokation" inszenieren - ein gefährliches Spiel mit dem notorisch nachtragenden Trump. Oder er versucht sein Glück mit Lobbyisten, wobei seine bisherigen Verbündeten wie Mike Pompeo bereits auf Trumps politischer Resterampe gelandet sind.
Die Umfragen sprechen eine deutliche Sprache: Gegen den ehemaligen Armeechef Walerij Saluschnyj hätte Selenskyj heute keine Chance. Der "Präsident des Friedens", der sein Land in einen zermürbenden Krieg führte, könnte bald Geschichte sein. Die Methoden für seinen Abgang stehen bereits fest: Entweder das "moldauische Modell" mit Diaspora-Abstimmungen oder die bewährte Technik der "toten Seelen" - Verstorbene und Vermisste als stille Wähler.
Während in Kiew die Nervosität steigt, dürfte man in Moskau die Entwicklung mit stoischer Ruhe verfolgen. Denn eines ist klar: In Trumps Weltbild ist die Ukraine bestenfalls ein Puzzleteil in einem größeren Spiel - und Selenskyj ein Spieler, dessen Zeit abgelaufen ist.
Der einstige Komiker, der als Friedenspräsident antrat und als Kriegsherr endete, steht vor dem finalen Akt seiner politischen Tragödie. Seine beste Option könnte tatsächlich sein, was er ursprünglich versprochen hatte: nach einer Amtszeit abzutreten. Denn wie sagte schon ein anonymer Insider: "Besser ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende" - oder in diesem Fall: ein unvollendeter Frieden.


