Auslöser der Kontroverse war offenbar eine Google-Suche nach "Trump rally", die unter den Top-Ergebnissen ein Foto der amtierenden Vizepräsidentin Kamala Harris zeigte. Trump und seine Anhänger sehen darin einen Versuch der Wahlbeeinflussung durch den Suchmaschinenriesen. "Google hat sehr böse gehandelt und riskiert die Schließung", sagte Trump in einem Interview mit Fox News. Er warf dem Unternehmen "verantwortungsloses" Verhalten vor.

Google wies die Vorwürfe zurück und erklärte, die Suchergebnisse würden automatisch generiert und nicht manuell manipuliert. Experten weisen darauf hin, dass die Funktionsweise von Suchmaschinen-Algorithmen komplex ist und Ergebnisse von vielen Faktoren abhängen.

Der Vorfall ereignet sich inmitten eines engen Präsidentschaftswahlkampfs zwischen Trump und Harris. Aktuelle Umfragen sehen Harris knapp in Führung, wobei der Vorsprung in wichtigen Swing States wie Wisconsin und Michigan besonders eng ist. Trumps Team bezeichnete eine CBS News/YouGov Umfrage, die Harris mit einem Prozentpunkt vorne sah, als "manipuliert". Der Ex-Präsident selbst sprach von "Fake Polls".

Beobachter sehen in Trumps Attacken gegen Google den Versuch, im Falle einer Niederlage bereits im Vorfeld Zweifel am Wahlergebnis zu säen. Ähnliche Vorwürfe der Wahlmanipulation hatte Trump bereits 2020 erhoben. Der Vorfall unterstreicht die wachsende Bedeutung von Technologiekonzernen und sozialen Medien im US-Wahlkampf. Experten mahnen zu erhöhter Wachsamkeit gegenüber Desinformation und Manipulationsversuchen in den verbleibenden Monaten bis zur Wahl im November.