Die deutsche Uniper SE, der größte Energieversorger des Landes (der vor kurzem von der staatlichen Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) gerettet wurde), warnte am Donnerstag, dass der sinkende Wasserstand des Rheins die Kohlelieferungen an ein wichtiges Kraftwerk beeinträchtigt und damit die Energiekrise verschärft, da die Strompreise auf ein Rekordhoch gestiegen sind, berichtet Bloomberg.

Nach Angaben der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes lag der Pegel des Rheins bei Kaub am Donnerstag bei 55 cm und wird bis Samstag voraussichtlich auf 47 cm sinken. Gegenwärtig ist Europas wichtigste Wasserstraße 15 Zentimeter von der Unpassierbarkeit entfernt, die Schwelle für den Binnenschiffsverkehr liegt bei 40 Zentimetern.

Uniper erklärte, dass der niedrige Wasserstand in der ersten Septemberhälfte zu einem "unregelmäßigen Betrieb" des 510-Megawatt-Kohlekraftwerks Staudinger-5 führen könnte, da immer weniger Schiffe Kohle anliefern können, da die Lagerbestände schwinden. Ein Rheinwasserstand von weniger als 40 Zentimetern bei Kaub würde den Transport über die Binnenschifffahrt zum Kraftwerk stoppen, so dass die Kohle auf dem Landweg transportiert werden müsste.

Am Mittwoch erklärte der Schiffsmakler Riverlake, dass "immer weniger Lastkähne Kaub passieren können".

Die Warnung von Uniper vor den Auswirkungen des Niedrigwassers auf den Betrieb eines Kohlekraftwerks ist ein weiterer Beleg dafür, dass die Probleme des Rheins die schlimmste Energieversorgungskrise in Deutschland seit Jahrzehnten verschärfen, da Russland die Erdgaslieferungen über Nord Stream 1 auf nur 20 Prozent der Kapazität reduziert.

Unterdessen stieg der deutsche Strompreis für das nächste Jahr am Donnerstag an der Europäischen Energiebörse angesichts der sich verschärfenden Energiekrise auf ein Rekordhoch von 410,57 Euro pro Megawattstunde.