Das diesjährige G7-Gipfeltreffen, das zum 2. Mal im deutschen Schloss Elmau stattfindet, hat den Steuerzahler viele Millionen gekostet, berichtet die ARD und stellt den Wert des Treffens in Frage. Bei dem Gipfeltreffen handelt es sich um ein informelles zweitägiges Treffen der Staats- und Regierungschefs der sieben größten westlichen Volkswirtschaften (USA, Großbritanniens, Deutschlands, Frankreichs, Italiens, Kanadas und Japans), bei dem in der Regel eine Reihe von unverbindlichen Verpflichtungen vereinbart werden.

Die Kosten des Treffens, das vom 26. bis 28. Juni stattfand, beliefen sich nach Angaben der ARD-Tagesschau, auf 166 Millionen Euro. Das waren rund 30 Millionen Euro mehr als noch vor sieben Jahren. Der größte Teil der Ausgaben entfällt auf die Sicherheitsvorkehrungen, die diesmal allein schon 147 Millionen Euro kosteten.

Die Kritiker des Gipfels meinen, diese Kosten für ein relativ kurzes Treffen, welches es den Staats- und Regierungschefs kaum ermöglicht, die dringenden internationalen Probleme angemessen zu behandeln, zu hoch sind. "Die Kosten sind unverhältnismäßig", betonte Rolf von Hohenhau, der Vorsitzende des Bayerischen Steuerzahlerbundes. Für ihn macht "Elmau keinen Sinn".

Andere Kritiker argumentieren, dass es sich nur um einen enorm teuren PR-Gag handelt, hinter dem kaum ein echter Wert steht. "Man trifft sich für schöne Fotos, die Erklärungen werden vorher abgesprochen", sagte Benjamin Russ, ein Sprecher der Initiative "Stop G7 Elmau", 2015. Laut Russ haben die Staats- und Regierungschefs nur etwa 24 Stunden Zeit, um "schwierige Themen" zu besprechen. "Niemand kann behaupten, dass unter diesen Umständen eine ernsthafte Debatte möglich ist. Man muss nicht bis zu 200 Millionen Euro ausgeben, damit ein paar Leute in einem Luxushotel schlafen können", so Russ.

Die Befürworter des Formats verweisen auf das Fehlen informeller Treffen zwischen den Staats- und Regierungschefs, bei denen sie Diskussionen führen können, ohne zu bestimmten Entscheidungen oder Vereinbarungen gedrängt zu werden, erklärte die Tagesschau. Die Treffen hätten auch oft dazu geführt, dass sich neue Trends herauskristallisiert haben und zu wichtigen Vereinbarungen auf der Weltbühne beigetragen haben, wie beim letzten Treffen in Elmau im Jahr 2015. Damals leisteten die sieben Staats- und Regierungschefs einen wichtigen Beitrag zum Pariser Klimaabkommen, das nur wenige Monate nach dem G7-Gipfel geschlossen wurde, so die ARD.

Die meisten Erklärungen, die während der G7-Treffen abgegeben werden, würden irrelevant sein, sagen wiederum die Kritiker. Bei bis zu 400 Einzelzusagen, die bei jedem Treffen gemacht werden, bleiben viele davon unerfüllt", sagte Klaus Seitz, Leiter der Politikabteilung der Entwicklungs- und Hilfsorganisation "Brot für die Welt". Alle auf den G7-Gipfeln beschlossenen Strategien zur Bekämpfung des Welthungers "sind offensichtlich gescheitert", so Seitz gegenüber der Tagesschau.

Ein weiteres Problem des G7-Formats sei, dass die so genannten "aufstrebenden Schwellenländer" wie Russland, Indien und China nicht einbezogen würden, ohne die die globalen Wirtschaftsprobleme kaum zu lösen seien.

Der G20-Gipfel, bei dem die 20 größten Volkswirtschaften aus verschiedenen Teilen der Welt zusammenkommen, sei "repräsentativer und hat die beiden verbleibenden Mitglieder des UN-Sicherheitsrats, also Russland und China mit an Bord", argumentiert die Tagesschau.

Möglicherweise werden die Kritiker dieses Treffens eines Tages Recht bekommen, dann wenn die G7 in den G20 aufgeht.