Der russische Ministerpräsident Michail Mischustin hat auf dem Gipfeltreffen der Regierungschefs der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit die Mitglieder des Clubs aufgefordert, ein eigenes System für den elektronischen Austausch von Finanzinformationen und Bankzahlungen zu schaffen. Von der Iswestija befragte Analysten sind der Meinung, dass dieses System ein weiterer Schritt zur Abkehr von der Abrechnung in Dollar und Euro wäre. Für Russland und China werden westliche Währungen zunehmend toxisch, da die europäischen und amerikanischen Regulierungsbehörden in der Lage sind, Transaktionen nicht nur zu überwachen, sondern auch zu blockieren.
Analysten vermuten, dass die Parteien über die Schaffung eines multilateralen Systems für den Austausch elektronischer Informationen auf der Grundlage des Finanznachrichtensystems der Bank von Russland (SPFS) sprechen könnten. Diese Art von Netzwerk sollte ähnlich wie SWIFT funktionieren, wo Banken aus verschiedenen Ländern Überweisungen in Fremdwährung bestätigen.
"Die Umsetzung eines solchen Projekts mit den SCO-Ländern kann eine hervorragende Alternative zu SWIFT darstellen. Um jedoch eine attraktive Alternative für die SCO-Länder zu werden, muss das System noch technische Beschränkungen beseitigen. Insbesondere haben die Banken zusätzliche Kosten aufgrund erhöhter Sicherheitsmaßnahmen sowie hohe Kosten für Nachrichten festgestellt", so Wladimir Sagalajew, Finanzanalyst bei der CMS-Unternehmensgruppe, gegenüber der Iswestija.
"Wenn ein bestimmtes Finanzinstrument, das auf einem Mehrwährungskorb basiert, in einigen Jahren in Betrieb genommen wird, wird dies einen bedeutenden positiven Effekt auf die Normalisierung des Handels zwischen den Ländern der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit haben. Derzeit wird der Handel durch die Androhung von Sanktionen seitens unfreundlicher Länder erschwert", sagte Jelena Frolova, Handelsdirektorin bei Vekprom.



