Südafrika sorgt wieder einmal für Negativschlagzeilen in Sachen Kriminalität. Die Zahl der Vergewaltigungen lag bei 9.556 - ein Anstieg um 634 oder 7,1 Prozent im Vergleich zum dritten Quartal 2020. Indessen stieg die Zahl der Morde um 1.056 oder 20,7 Prozent auf 6.163 an, wie aus der jüngsten Kriminalstatistik des Landes hervorgeht. Im dritten Quartal 2021 gab es in Südafrika 72.762 Fälle von Körperverletzung, so der Bericht weiter.
"Diese Daten beweisen erneut, dass Südafrika ein sehr gewalttätiges Land ist", sagte Polizeiminister Bheki Cele auf einer Pressekonferenz und wies auf das Offensichtliche hin. Er nannte die steigenden Vergewaltigungszahlen "zutiefst beunruhigend" und eine "Schande".
"Die Mehrheit der Vergewaltigungsopfer sind Frauen und die Schwächsten in unserer Gesellschaft. Eine Stichprobe von 6.144 Vergewaltigungsfällen ergab, dass 3.951 entweder im Haus des Opfers oder des Vergewaltigers stattfanden", sagte er.
Unruhen als Faktor
Zum Anstieg der Gewalt sagte Cele, ein wichtiger Faktor seien die Unruhen im Juli gewesen, nachdem der ehemalige Präsident Jacob Zuma inhaftiert worden war. Die Inhaftierung Zumas löste weit verbreitete Unruhen und Plünderungen in den Provinzen KwaZulu-Natal und Gauteng aus, die mehr als 200 Menschenleben forderten.
Den jüngsten Kriminalitätsdaten zufolge gab es in KwaZulu-Natal zwischen Juli und September mit 1.744 die meisten Morde. Dies entspricht einem Anstieg von 536 gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum. In Gauteng, wo sich Südafrikas größte Stadt Johannesburg und die Hauptstadt Pretoria befinden, lag die Zahl bei 229.
Seit Jahrzehnten Probleme
Misswirtschaft und Korruption haben das einst wohlhabende Land zugrundegerichtet. In manchen Gegenden regieren kriminelle Gangs, während die Polizei dort nicht mehr viel zu melden hat. Die rund 40.000 gemeldeten Fälle an Vergewaltigungen sind jedoch nur die Spitze des Eisbergs. Zehntausende Fälle werden von den Opfern nicht gemeldet. Denn gerade unter den Schwarzen herrscht oftmals der Glaube vor, in einer Beziehung/Partnerschaft gäbe es keine Vergewaltigung..
Auch Gewalt gehört in der stark von patriarchalischen und Stammesdenken südafrikanischen Gesellschaft zum Alltag. Das Recht des Stärkeren gehört dazu.



