Die am Freitag in der Zeitschrift Science Advances veröffentlichte Studie wurde von Forschern der University of Illinois und der Washington University School of Medicine durchgeführt. Im April 2021 wurden fast 40.000 Menschen zwischen 18 und 80 Jahren aus der ganzen Welt gebeten, einen Online-Fragebogen über ihren Menstruationszyklus auszufüllen, wobei die Wissenschaftler die Antworten später analysierten und systematisierten.
Die Forscher sagen, dass sie die Studie nach einer Reihe von anekdotischen Berichten ab Anfang 2021 gestartet haben, in denen ungewöhnliche Menstruationsblutungen bei Frauen und Transgender-Männern beschrieben wurden, die einen Covid-19-Impfstoff erhalten hatten.
Den Ergebnissen der Studie zufolge berichteten 42 % der Befragten, die zuvor einen regelmäßigen Zyklus hatten, über stärkere Blutungen nach der Impfung. Gleichzeitig stellten 44 % keine Veränderung fest, während die übrigen 14 % über leichtere Blutungen berichteten.
Auch andere Teilnehmerinnen, die normalerweise keine Menstruation haben, darunter Transgender-Männer und Frauen nach der Menopause sowie Frauen, die lang wirksame Verhütungsmittel einnehmen, hatten ungewöhnliche Blutungen.
Die Befragten hatten die Impfstoffe von Pfizer-BioNTech, Moderna, Johnson & Johnson oder einen anderen, außerhalb der USA zugelassenen Impfstoff erhalten. Die Teilnehmerinnen gaben auch an, dass sich keine von ihnen vor der Impfung mit Covid-19 infiziert hatte.
Die Studie - die bisher größte ihrer Art - scheint die Ergebnisse früherer, kleinerer Umfragen zu bestätigen.
Die Forscher weisen jedoch darauf hin, dass die beobachteten Veränderungen in den Zyklen der Frauen nur vorübergehend sind und keinesfalls dazu verwendet werden sollten, die allgemeine Wirksamkeit und Sicherheit der Covid-19-Impfstoffe in Frage zu stellen.
"Ich denke, es ist wichtig, dass die Menschen wissen, dass dies passieren kann, damit sie nicht verängstigt oder schockiert werden......", erklärte Katharine Lee, eine biologische Anthropologin an der Washington University School of Medicine in St. Louis und eine der Autorinnen der Studie.
Die Forscher kommen zu dem Schluss, dass die möglichen Folgen einer Ansteckung mit dem Virus wahrscheinlich weitaus schwerwiegender sind als Menstruationsstörungen und warnen, dass es für Frauen keine gute Idee ist, die Impfung auch nur für ein paar Wochen zu verschieben.
Mehr Transparenz über die Nebenwirkungen der Covid 19-Impfstoffe könnten dazu beitragen, die Zögerlichkeit und die Ängste der Menschen zu verringern, so die Wissenschaftler.



