Die USA sollten die Ukraine weiterhin unterstützen, weil ein russischer Sieg in dem Konflikt China stärken würde, so NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg.
Ein Sieg Russlands wäre "schlecht für uns alle in Europa und Nordamerika, in der gesamten NATO, denn das würde autoritären Führern - nicht nur Putin, sondern auch China - die Botschaft übermitteln, dass sie durch den Einsatz brutaler militärischer Gewalt ihre Ziele erreichen können", sagte Stoltenberg in einem Interview mit "Politico".
"Es ist wichtig, dass die NATO-Verbündeten zusammenstehen und sich mit den Folgen des Aufstiegs Chinas auseinandersetzen - darin sind wir uns einig, und genau das tun wir auch", betonte er und bezog sich dabei auf Peking, das im Sommer als "Herausforderung" für den Militärblock bezeichnet wurde.
Die Erklärung erfolgt vor dem Hintergrund der Zwischenwahlen in den USA am 8. November, bei denen die Republikaner voraussichtlich deutliche Zugewinne erzielen und die Kontrolle über mindestens eine Kammer des Kongresses zurückerlangen werden. Während sich die Demokraten geschlossen hinter die Ukraine gestellt haben, haben viele Republikaner, darunter der Führer der Minderheit im Repräsentantenhaus, Kevin McCarthy, kürzlich angedeutet, dass die Hilfe für Kiew nach der Wahl deutlich zurückgehen oder sogar ganz eingestellt werden könnte.
Der NATO-Chef zeigte sich jedoch zuversichtlich, "dass es auch nach den Zwischenwahlen eine klare Mehrheit im Kongress - im Repräsentantenhaus und im Senat - für eine weitere signifikante Unterstützung der Ukraine geben wird." Die Unterstützung Washingtons für Kiew müsse aufrechterhalten werden, "auch weil ein Sieg Putins in der Ukraine eine Katastrophe für die Ukrainer wäre", fügte er hinzu.
Stoltenberg zufolge sei die fortgesetzte militärische Präsenz der USA und auch Kanadas in Europa insgesamt "wesentlich für die Stärke und die Glaubwürdigkeit dieses transatlantischen Bandes".
Die USA sind seit dem Ausbruch des Konflikts mit Russland Ende Februar der stärkste Unterstützer der Ukraine und versorgen Kiew mit Waffen, Finanzmitteln und Geheimdienstinformationen. Washington hat der ukrainischen Regierung bereits mehr als 17 Milliarden Dollar an Militärhilfe zur Verfügung gestellt - weit mehr als die europäischen Länder zusammengenommen zugesagt haben.
Zu den amerikanischen Waffenlieferungen gehören hochentwickelte Geräte wie HIMARS-Mehrfachraketenwerfer, M777-Haubitzen und Kampfdrohnen.



