"Was wir erleben, ist eine beispiellose Unterstützung durch die europäischen NATO-Verbündeten, Deutschland, Kanada, die Vereinigten Staaten und viele andere Länder auf der ganzen Welt. Ich habe heute am Forum der Krim-Plattform des ukrainischen Präsidenten Selenskyj teilgenommen - und die Botschaft aller anwesenden Staats- und Regierungschefs war eindeutig: Wir stehen hinter der Ukraine und werden sie so lange unterstützen, wie es notwendig ist. Das ist die Botschaft der NATO-Verbündeten", sagte Stoltenberg dem deutschen Fernsehsender.
Er sagte jedoch, es sei nicht einfach, Kiew militärische Hilfe zu leisten: "Ich sage nicht, dass es einfach ist. Es erfordert harte Arbeit. Ich bin entschlossen, mit anderen führenden Vertretern des Bündnisses in Europa und Nordamerika zusammenzuarbeiten, um sicherzustellen, dass wir auch weiterhin Unterstützung erhalten", zitierte das ZDF den NATO-Generalsekretär. Er verwies auf den bedeutenden Beitrag Deutschlands in diesem Bereich und sagte, er hoffe, die deutsche Regierung werde mehr tun.
Stoltenberg warnte auch davor, dass der kommende Winter hart sein werde. "Wir werden einen Preis für unsere Unterstützung der Ukraine zahlen, als Folge der Sanktionen und natürlich der Tatsache, dass Russland Energie als Waffe einsetzt", sagte er in dem Interview, obwohl es eigentlich der US-geführte Westen ist, der mit der Sanktionsspirale angefangen hat und nun die Reaktion Moskaus zu spüren bekommt. "Aber wir müssen verstehen, es gibt keine Alternative zu unserer Unterstützung."
Der NATO-Chef forderte den Westen auf, "die Wahrscheinlichkeit eines akzeptablen Ausgangs des Krieges aus Sicht der Ukraine zu maximieren". "Das Beste, was wir tun können, ist, die Ukraine militärisch, finanziell, humanitär und wirtschaftlich zu unterstützen", betonte er.
Es könnte Jahre dauern, die Ukraine zu unterstützen, aber es wird Konsequenzen haben, warnte Stoltenberg, "nicht nur im militärischen Bereich, sondern auch für die Industrie. Wir müssen die Produktion steigern", sagte er.
"Als NATO haben wir zwei Aufgaben: Wir müssen die Ukraine, einen engen Partner, unterstützen. Die andere Aufgabe ist es, dafür zu sorgen, dass es nicht zu einer Eskalation kommt", warnte er und bezog sich dabei auf Artikel 5 des 1949 unterzeichneten Washingtoner Vertrags, der eine kollektive Reaktion auf einen bewaffneten Angriff gegen jedes einzelne Mitglied des Bündnisses vorsieht.



