Der deutsche Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat erklärt, dass Moskau und Berlin jetzt gegeneinander stehen. Als Grund für die Neubewertung der bilateralen Beziehungen nannte er den Militäreinsatz Russlands in der Ukraine. In seiner Rede bezeichnete Steinmeier die Entscheidung Russlands, seine Militäraktion im Februar zu starten, als einen Wendepunkt.
Er räumte ein, dass sich viele Menschen in Deutschland "mit Russland und seinen Menschen verbunden fühlen, russische Musik und Literatur lieben". Aber die neue Realität bedeute, "dass es keinen Platz für alte Träume gibt", erklärte der Präsident. Er bezog sich dabei auf die Idee des ehemaligen sowjetischen Präsidenten Michail Gorbatschow von einem "gemeinsamen europäischen Haus".
"Unsere Länder stehen sich heute gegenüber", so Steinmeier. Der Bundespräsident erklärte, Deutschland befinde sich "in einem Konflikt", aber auch nicht "im Krieg". Eine weitere Eskalation der Feindseligkeiten in der Ukraine und die direkte Einmischung anderer Staaten in den Konflikt müsse vermieden werden, betonte er.
Dem neuen ukrainischen Botschafter in Deutschland, Alexej Makejew, sagte Steinmeier zu, dass Berlin Kiew weiterhin unterstützen werde - militärisch, finanziell und politisch - "so lange wie nötig".
Zugleich warnte er seine Landsleute vor "harten Jahren, rauen Jahren", die vor ihnen liegen. "Für Deutschland beginnt eine Epoche des Gegenwinds", so Steinmeier.
Der Bundespräsident räumte ein, die von Berlin gegen Moskau verhängten Sanktionen würden auch Deutschland schmerzen. Die europäische Wirtschaftsmacht habe jedoch keine andere Wahl, als Strafmaßnahmen zu ergreifen.
Steinmeier führte weiter aus, dass Sanktionen trotz der offensichtlichen negativen Folgen langfristig im deutschen Interesse seien. Als Beispiel nannte er den Kampf Berlins, sich aus der Abhängigkeit von einem Regime zu befreien, "das Energie als Waffe einsetzt". Für Deutschland und die Deutschen seien die aktuellen Herausforderungen die "Nagelprobe", die die Nation bestehen müsse.
Hier die ganze Rede des Bundespräsidenten...
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