Laut aktuellen Analysen verzeichnete der Silbermarkt allein im Jahr 2023 ein Angebotsdefizit von 15%. Prognosen zufolge wird sich diese Lücke zwischen Angebot und Nachfrage in den kommenden Jahren noch weiter vergrößern. Für den Zeitraum von 2020 bis 2024 wird ein kumulatives Defizit von über einer Milliarde Unzen Silber erwartet.

Haupttreiber der steigenden Nachfrage sind vor allem neue Technologien wie Solarenergie und Künstliche Intelligenz (KI). So benötigt ein durchschnittliches Solarpanel etwa 20 Gramm Silber. Auch in der Automobilindustrie spielt das Edelmetall eine wichtige Rolle - ein Elektrofahrzeug enthält zwischen 25 und 50 Gramm Silber. In der KI-Branche wird Silber unter anderem für Halbleiter, Sensoren und LIDAR-Technologie benötigt.

Auf der Angebotsseite sieht die Situation düster aus. Sinkende Erzgehalte und erschöpfte Reserven in bestehenden Minen führen zu einer rückläufigen Silberproduktion. Erschwerend kommt hinzu, dass über 70% des weltweit geförderten Silbers lediglich als Nebenprodukt beim Abbau anderer Metalle wie Gold oder Kupfer gewonnen wird. Zudem konzentriert sich die Produktion stark auf nur drei Länder - Mexiko, Peru und China -, die zusammen für die Hälfte der globalen Silberförderung verantwortlich sind.

Experten sind sich einig: Um den wachsenden Bedarf zu decken, sind dringend neue Silberminen erforderlich. Einige Unternehmen wie Outcrop Silver treiben bereits die Erschließung neuer Lagerstätten voran. So entwickelt Outcrop Silver derzeit die Santa Ana Mine in Kolumbien, die zu den silberreichsten Vorkommen Lateinamerikas zählt.

Die Situation bleibt angespannt. Sollte es nicht gelingen, die Silberproduktion deutlich zu steigern, drohen ernsthafte Engpässe. Dies könnte den Ausbau wichtiger Zukunftstechnologien wie Solarenergie und KI empfindlich bremsen und somit weitreichende Folgen für Wirtschaft und Gesellschaft haben.