"BRICS ist Hoffnung und eine Chance für ein Bündnis mit Ländern, die nichts von uns verlangen, aber mehr anbieten können, als wir suchen", schrieb Vulin. Er betonte, dass die BRICS-Gruppe keine Staatenunion wie die EU sei, sondern eine Plattform für Zusammenarbeit.
Der Vorstoß des Vucic-Vertrauten Vulin könnte eine Richtungsentscheidung für Serbien bedeuten. Ein BRICS-Beitritt würde das Ende der serbischen EU-Ambitionen signalisieren. Bereits im vergangenen Jahr war ein entsprechender Antrag im serbischen Parlament eingebracht worden.
Die BRICS-Gruppe umfasst derzeit Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika. Zum 1. Januar 2024 traten sechs weitere Staaten bei: Ägypten, Äthiopien, Iran, Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate und Argentinien. Beim nächsten Gipfeltreffen im Oktober soll über weitere Beitrittsanträge entschieden werden.
Serbien pflegt bereits enge Beziehungen zu BRICS-Mitgliedern, insbesondere zu China. Erst kürzlich stattete der chinesische Präsident Xi Jinping Serbien einen Staatsbesuch ab. Diese Verbindungen könnten einen möglichen BRICS-Beitritt Serbiens erleichtern.
Die Äußerungen Vulins unterstreichen die zunehmende Orientierung Serbiens in Richtung Russland und China. Als einziges Land in Europa hat sich Serbien nicht den EU-Sanktionen gegen Russland angeschlossen. Ein BRICS-Beitritt wäre ein weiterer Schritt weg von einer EU-Integration.
Beobachter sehen in Vulins Vorstoß ein mögliches Zeichen, dass die serbische Führung unter Präsident Aleksandar Vucic die EU-Perspektive aufgegeben hat. Allerdings ist noch unklar, ob Serbien tatsächlich einen formellen BRICS-Beitrittsantrag stellen wird. Die Entscheidung dürfte maßgeblich von Präsident Vucic abhängen, der bisher offiziell am EU-Kurs festhält.


