Für dänische EU-Mitarbeiter erhöhen sich die täglichen Zulagen von 124 auf 172 Euro (+38,71 Prozent), während französische Beamte künftig 127 statt 102 Euro (+24,51 Prozent) erhalten. Auch die Hotelkostenpauschalen steigen erheblich: in Dänemark um 20,33 Prozent auf 208 Euro, in Frankreich um 17,78 Prozent auf 212 Euro.
Anders Vistisen, dänischer EU-Abgeordneter und Chefstratege der Fraktion Patriots for Europe, findet laut Tichys Einblick deutliche Worte: "Während die Menschen in Europa unter Lebenshaltungskosten, hohen Immobilienpreisen und dem Verlust an Sicherheit infolge offener EU-Grenzen leiden, werden die Bankkonten der EU-Mitarbeiter mit Euros von ausgepressten Steuerzahlern vollgestopft."
Privilegierte Bürokratie auf Kosten der Steuerzahler
Die Spesenerhöhungen sind nur die Spitze des Eisbergs. Laut einer Analyse des britischen Telegraph verdient ein Drittel der 30.000 Kommissionsmitarbeiter jährlich 113.000 Euro oder mehr. Ein mittlerer Beamter der Besoldungsgruppen AST9 oder AD9 erhält monatlich 10.084 Euro Grundgehalt plus 1.682 Euro Auslandszulage, zahlt jedoch nur 1.139 Euro Steuern. Mindestens 2.863 Mitarbeiter befinden sich auf dieser Gehaltsstufe – und übertreffen damit die Bezüge mehrerer osteuropäischer Regierungschefs.
Die Gehaltsprivilegien erstrecken sich bis in die höchsten Ränge. Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen erhielt im April ihre siebte Gehaltserhöhung in nur drei Jahren und bezieht nun monatlich 34.800 Euro. "In keinem normalen Arbeitsumfeld gibt es Spesensteigerungen um 17, 24 oder gar 38 Prozent," kritisiert Vistisen. "Die Kommission hat offenbar kein Problem damit, ihre kleinen Helfer mit Steuergeld zu versorgen."
System der Selbstbedienung
Die jüngsten Erhöhungen basieren auf einem Eurostat-Bericht zur Preisentwicklung in Hotels, Restaurants und Catering vom Februar 2025. Während die Kommission die Anpassungen als notwendige Reaktion auf gestiegene Kosten darstellt, sehen Kritiker darin ein weiteres Beispiel für die Abgehobenheit der EU-Institutionen.
"Es ist schockierend, wie viel harte Arbeit der Steuerzahler nötig ist, um die Privilegien, Sonderrechte und astronomischen Gehälter dieser Brüsseler Bürokraten zu finanzieren," so Vistisen. "Die EU ist ein System, das dazu dient, normalen Arbeitnehmern Geld zu entziehen, um es überbezahlten Bürokraten zuzuschieben. Wer in der EU zählt, sind nicht die gewählten Vertreter – sondern die Verwaltung. Das erzählen auch die Gehaltstabellen."
Die Entwicklung wirft grundsätzliche Fragen zur Verwendung europäischer Steuergelder auf, während viele Bürger mit steigenden Lebenshaltungskosten kämpfen und Sparprogramme in nationalen Haushalten umgesetzt werden müssen.


