Noch im November 2018 attackierte der damalige SPD-Bundestagsabgeordnete Johannes Kahrs die AfD wegen ihrer angeblichen "schwarzen Kassen" für Spenden aus dem Ausland. Bei der AfD handele es sich um eine Partei mit rechtsradikalen Mitgliedern, die sich mit Hilfe von Spendern aus dem Ausland finanziere, meinte der Politiker damals. Doch laut einem FAZ-Artikel aus dem März sollen beispielsweise Parteispenden dafür gesorgt haben, dass die niedersächsische SPD einen eher freundlichen Kurs gegenüber Moskau führte, was sich seit der militärischen Intervention Russlands in der Ukraine deutlich änderte. Und die CDU beispielsweise hatte mit der Spendenaffäre um Helmut Kohl und Wolfgang Schäuble (der immer noch nicht dafür zur Rechenschaft gezogen wurde) ihren eigenen Skandal.

Doch was vor kurzem in einem Sparkassen-Schließfach des Scholz-Vertrauten Kahrs gefunden wurde, könnte unter Umständen (zumindest in einer funktionierenden Demokratie) zum Rücktritt von Bundeskanzler Scholz führen. Denn dort fanden sich 214.800 Euro in unterschiedlich nominierten Scheinen, sowie zusätzliche 2.400 US-Dollar. Diese wurden im Zuge einer Ermittlung gegen den früheren SPD-Abgeordneten in Bezug auf den Cum-Ex-Skandal gefunden, in den auch Olaf Scholz tief verwickelt ist. So berichtet der Focus dazu:

"Kahrs spielt eine entscheidende Rolle im Fall um die Warburg-Bank. Er soll daran mitgewirkt haben, dass es zu Treffen des damaligen Hamburger Bürgermeisters Olaf Scholz und den Gesellschaftern der Bank, Christian Olearius und MaxWarburg, gekommen sei. Es geht um eben jene Treffen, an deren Inhalt sich der heutige Bundeskanzler angeblich nicht mehr erinnern kann, wie er im Untersuchungsausschuss zu dem Cum-Ex-Skandal aussagte. Nach dem ersten Treffen hatte die Stadt Hamburg Verjährungsfristen verstreichen lassen, wodurch auf Steuernachzahlungen in Höhe von 47 Millionen Euro durch die Bank verzichtet wurde."

Laut der "Zeit" darf Kahrs das Geld allerdings (vorerst) behalten, zumal laut deutschen Gesetzen ein Herkunftsnachweis erst dann nötig ist, wenn er diese Summe beispielsweise auf ein Konto einzahlt und damit in Umlauf bringt. Auch darf es von den Ermittlern nur dann beschlagnahmt werden, wenn es einen konkreten Verdacht darauf gibt, dass das Geld aus krummen Geschäften stammt. Doch dies scheint hierbei nicht gegeben zu sein. Allerdings sollte Kahrs, wenn es dazu beiträgt den Ruf von Bundeskanzler Scholz nicht völlig zu zerstören, im Falle einer ehrlichen und legalen Herkunft des Geldes dies auch öffentlich zu erklären. Zu schweigen und darauf zu hoffen, dass das Ganze im Sande verläuft, ist hierbei nicht gerade hilfreich.

Und nicht nur das: auch Bundeskanzler Olaf Scholz muss sich erklären, zumal Kahrs als langjähriger Weggefährte und Vertrauter des SPD-Granden gilt und zudem auch die Gespräche mit den Spitzen der Warburg-Bank einfädelte, die zum Cum-Ex-Skandal führten. Hierbei geht es immerhin um viel Geld für Hamburg, auf das der damalige Oberbürgermeister der Hansestadt offensichtlich freimütig zugunsten der Privatbank verzichtete. Die Schlinge zieht sich nämlich inzwischen immer enger zu.