Berlin liefert "sehr viele Waffen" nach Kiew und wird die Ukraine auch weiterhin "mit dem versorgen, was sie für ihre Verteidigung braucht", sagte Bundeskanzler Olaf Scholz und reagierte damit auf die Kritik eines ehemaligen Bundeswehrgenerals.

Deutschland sei derzeit dabei, "die modernste und leistungsfähigste Ausrüstung zu liefern", betonte Scholz bei einem traditionellen "Tag der offenen Tür" am Wochenende und verwies auf die jüngsten mehrfachen Lieferungen von Flugabwehrkanonenpanzer vom Typ "Gepard" und Panzerhaubitzen vom Typ PzH 2000.

Der deutsche Regierungschef behauptete, sein Hauptaugenmerk liege weiterhin darauf, "sicherzustellen, dass es keine Eskalation des Krieges gibt", als ihm der pensionierte Bundeswehrgeneral Klaus Wittmann mangelnde "Führungsstärke" und ein "eingeschüchtertes Auftreten" gegenüber dem russischen Präsidenten Wladimir Putin vorwarf, wie der deutsche Nachrichtensender NTV zitiert.

Noch mehr Waffen "werden bald da sein", versprach Scholz und bezog sich damit offenbar auf die seit langem versprochenen Lieferungen eines Iris-T SLM-Flugabwehrraketensystems und eines Cobra-Artillerieradars, nannte aber keinen genauen Zeitplan.

Bereits im Juni hatte Berlin versprochen, Kiew eine Iris-T-Einheit kostenlos zu schicken, aber die Ukraine will mindestens ein Dutzend und hat angeboten, den Rest direkt vom Hersteller zu kaufen, obwohl die deutschen Streitkräfte Berichten zufolge selbst nicht über genügend dieser modernsten Luftabwehrsysteme verfügen. Früheren Berichten zufolge soll Kiew das erste dieser Systeme frühestens im November erhalten.

Im vergangenen Monat hat Deutschland der Ukraine auch ein Cobra-Artillerieradar zugesagt, das im September geliefert werden soll.

Nach Angaben der deutschen Verteidigungsministerin Christine Lambrecht hat Kiew bereits den Vertrag für das Material unterzeichnet und die Truppen sollten mit der Ausbildung für "dieses hochkomplexe System" beginnen.