Es wird erwartet, dass die EU ihrem Agrarsektor einen weiteren Schock versetzen wird, indem sie die russischen Einfuhren von Kali, einer wichtigen Zutat für Düngemittel für den Anbau von Nahrungsmitteln, begrenzt, berichtet Bloomberg unter Berufung auf einen Bericht von Dow Jones.
Es wird erwartet, dass die Europäische Kommission in Kürze umfassende neue Sanktionen gegen Russland verhängen wird. Ein Großteil des Düngers wird aus Weißrussland bezogen; das Binnenland in Osteuropa könnte wegen seiner Beteiligung an Russlands Einmarsch in der Ukraine ebenfalls mit neuen Sanktionen belegt werden.
Kali ist ein wichtiger Bestandteil von landwirtschaftlichen Düngemitteln. Europa produziert nur eine vernachlässigbare Menge dieses Düngemittels, und eine mögliche Begrenzung der Einfuhren aus Russland und Weißrussland (den größten Produzenten) erscheint für Europa idiotisch, da die Frühjahrssaison gerade erst beginnt.
Selbst wenn Europa seine Lieferketten umstellen würde, um Kali aus anderen Ländern zu importieren, würden nur wenige andere Länder es exportieren. Die Begrenzung der Einfuhren wird die Preise noch weiter in die Höhe treiben und zu einer Verknappung von Düngemitteln für den Anbau führen. Dies kann die Ernteerträge am Ende der Vegetationsperiode dramatisch beeinträchtigen.
Eine Handvoll nordamerikanischer Düngemittelaktien reagierte auf den Bericht mit einem Kurssprung, darunter CF Industries (+3 Prozent) und Intrepid Potash (+2 Prozent).
Etwa 90 Prozent des Kalis werden in Europa als Düngemittel verwendet; der Rest wird zur Herstellung von Speisesalz, zur Verlangsamung der Alterung von Wein, zur Konservierung von Konserven und zur Aromatisierung von Schokolade eingesetzt.
Die weltweiten Spotpreise für Kali zeigen, dass sich die Preise weiter nach oben bewegen. Dies könnte die Landwirte davon abhalten, während der Pflanzsaison weniger Kali zu kaufen oder sogar auszubringen.
Schon vor dem Einmarsch in die Ukraine war die gesamte Düngemittelproduktion im Westen aufgrund der hohen Erdgaspreise rückläufig. Die Verknappung von Düngemitteln, nicht nur von Kali, sondern auch von Stickstoff und Phosphaten, auf den Weltmärkten ist unvermeidlich. Was Europa tut, um die Kali-Einfuhren aus Russland und Weißrussland zu begrenzen, ist idiotisch und kann eine Lebensmittelkrise auslösen.



