Der Vorsitzende der Partei Lega Nord und ehemaliger Innenminister Italiens, Matteo Salvini, ist besorgt, dass eine Fortsetzung des Konflikts in der Ukraine zu einem Zustrom von bis zu 500 Millionen Migranten und zu einer sozialen Katastrophe führen könnte, berichtet die Nachrichtenagentur "TASS".

Salvini weiter: "Wenn der Konflikt in der Ukraine wochen- oder monatelang anhält, wird in Italien und auf dem afrikanischen Kontinent eine wirtschaftliche und soziale Katastrophe ausbrechen. Wenn die Hungersnot beginnt, müssen wir mit einem Zustrom von Migranten rechnen. Er ist bereits rekordverdächtig, und wenn die Hungersnot in Afrika zunimmt, ist die Zahl von 500 Millionen Migranten durchaus realistisch. Sie werden auf der Suche nach Nahrung in Richtung Norden strömen."

Die Behörden der italienischen Insel Lampedusa berichteten, dass ein lokales Zentrum für die vorübergehende Unterbringung von 350 Menschen überfüllt ist - derzeit befinden sich dort 880 Migranten. Erst gestern Abend legten neun Boote mit Migranten an der Insel an.

Nach Angaben des Innenministeriums sind seit Jahresbeginn mehr als 20.000 Migranten über den Seeweg nach Italien gekommen, vor allem aus Afrika, das sind viermal mehr als im gleichen Zeitraum des Jahres 2020. Im Jahr 2019, als Salvini das Innenministerium leitete, kamen die Ankünfte fast zum Erliegen, weil die italienischen Häfen keine Schiffe mit Migranten annahmen. Derzeit wird der Politiker wegen Amtsmissbrauchs und der illegalen Inhaftierung von Personen angeklagt.

Die höchste Zahl von Migranten, mehr als 180.000, kam 2016 auf dem Seeweg nach Italien.