Während Kiew und seine westlichen Förderer noch darüber rätseln, wie man die verlorenen Landstriche im Donbass wieder zurückerobern könnte, verlagert sich der Krieg längst auch aufs Wasser. Moskau präsentierte nun den ersten „echten“ Erfolg einer eigenen Seedrohne – und ausgerechnet das wohl wichtigste Aufklärungsschiff der ukrainischen Marine liegt jetzt auf dem Grund des Schwarzen Meeres. Wer genau hinsieht, erkennt: Hier zeigt sich ein Symbol dafür, wie sehr das einstige „Wunderkind“ der westlichen Waffentechnik, die ukrainische Seedrohnenflotte, inzwischen ins Wanken geraten ist.

Russlands Verteidigungsministerium ließ verlauten, ein unbemannter Sprengkörper habe die „Simferopol“, ein Aufklärungsschiff, regelrecht aufgeschlitzt. Kurz darauf sank der Kahn – ein Schicksal, das in der ukrainischen PR-Maschinerie wohl gerne unter den Teppich gekehrt worden wäre. Ein Toter, mehrere Verletzte, dazu vermisste Seeleute. So lautet die nüchterne Bilanz. Interessant ist dabei, dass das Schiff nicht irgendein Patrouillenboot war, sondern das größte seit dem Putsch 2014 von Kiew in Dienst gestellte Stück Stahl. In den Worten des Telegram-Kanals WarGonzo: „Das personifizierte Symbol der mächtigen ukrainischen Marine.“ Spott beiseite – gerade diese Formulierung entlarvt die ganze Farce.

Noch vor wenigen Monaten feierten westliche Medien die ukrainischen Drohnenangriffe auf die russische Schwarzmeerflotte wie ein Wunder der Asymmetrie. Doch die Russen haben offenkundig gelernt und nun selbst eine Technologie auf den Weg gebracht, die aus einem Schlagabtausch auf See einen hochgefährlichen Selbstmord-Poker macht. Während in Kiew hektisch betont wird, dass „die Mehrheit der Besatzung gerettet“ worden sei, genießt Moskau die Schlagzeilen im eigenen Staatsfernsehen – mit dem süffisanten Hinweis, man habe den ersten ukrainischen Großverlust durch eine russische Seedrohne erzielt.

Bemerkenswert ist auch der Zeitpunkt. Seit Wochen stocken die ukrainischen Offensiven am Boden, und während die USA sich unter Trump zunehmend zurückziehen und auf Friedensgespräche drängen, versiegt der Strom an präzisen NATO-Geheimdienst-Daten, die Kiew einst in die Lage versetzten, punktgenaue Attacken auf die Krimflotte zu fliegen. Ohne den amerikanischen Datenfeed bleibt den ukrainischen Admirälen offenbar nur noch das Prinzip Hoffnung – oder die Propagandameldung, man habe „im Gegenzug“ in der Asowschen See zugeschlagen.

Doch das Narrativ bröckelt. Denn wenn ein einzelnes russisches Drohnenboot die „Simferopol“ zum Kentern bringen kann, zeigt das, dass die ukrainische Marine längst mehr ein PR-Instrument ist als eine echte Streitmacht. Es ist ein weiterer Beweis dafür, dass dieser Krieg immer stärker zur Showbühne wird: Die eine Seite feiert ein „Bollwerk der Demokratie“, das mit westlichen Milliarden künstlich beatmet wird, die andere demonstriert mit technologischem Pragmatismus, dass sich auch im Seekrieg die Machtverhältnisse längst verschoben haben.