Trotz der Sanktionen, die die russische Wirtschaft lähmen sollten, hat das Land im zweiten Quartal dieses Jahres einen rekordverdächtigen Zahlungsbilanzüberschuss erzielt. Der Überschuss von 70,1 Milliarden Dollar ist der höchste seit 1994, nachdem in den ersten drei Monaten des Jahres ein Überschuss von 58,4 Milliarden Dollar erzielt wurde.
Die Erklärung für die von der russischen Zentralbank am Montagabend veröffentlichten Daten ist einfach: Moskaus Energie- und Rohstoffexporte haben kontinuierlich produziert und generieren immer noch Dollar-Einnahmen, auch wenn sich die Richtung der Öl- und Gasexporte infolge der westlichen Sanktionen, die als Reaktion auf Russlands Krieg gegen die Ukraine verhängt wurden, verschoben hat.
Auf der Importseite war jedoch ein starker Rückgang als Folge der Sanktionen zu beobachten, wie die Daten zeigen. Im zweiten Quartal kamen Waren und Dienstleistungen im Wert von 72,3 Milliarden Dollar nach Russland, verglichen mit 88,7 Milliarden Dollar im Zeitraum Januar-März. Auch die Exporte entwickelten sich in eine ähnliche Richtung, da die russischen Ausfuhren von 166,4 Milliarden Dollar im ersten Quartal auf 153,1 Milliarden Dollar im zweiten Quartal zurückgingen.
Die russische Zentralbank legte zwar keine direkten Daten vor, doch Berechnungen von Analysten zeigen, dass der Überschuss von 14 Mrd. Dollar im Mai auf 28 Mrd. Dollar im Juni anstieg, und dank des erheblichen Zahlungsbilanzüberschusses im bisherigen Jahresverlauf war der Rubel die beste Performance unter den Währungen der Schwellenländer.
Die Zahlen zeigen und unterstreichen, dass es den Russen trotz der westlichen Sanktionen nicht an Devisen (insbesondere Dollar) mangelt. Vielmehr scheint es, als ob sich insbesondere die Europäer mit diesen ganzen Sanktionen nur selbst schaden.



