Laut einer Mitteilung des russischen Verteidigungsministeriums wird Admiral Moiseev während seines Aufenthalts in Neu-Delhi gemeinsame Marinemanöver und den Austausch von Schiffsbesuchen erörtern. Die russische Delegation wird zudem Gespräche mit hochrangigen Vertretern der indischen Streitkräfte und Marine führen.
Am Montag traf sich der indische Generalstabschef General Anil Chauhan bereits mit Admiral Moiseev zu umfassenden Gesprächen. Dabei stand die Vertiefung der maritimen Kooperation im Mittelpunkt. "Die Diskussionen unterstrichen das gegenseitige Engagement zur Verbesserung der maritimen Sicherheit und zur Vertiefung der strategischen Zusammenarbeit", hieß es in einer Erklärung.
Der Besuch des russischen Marinekommandeurs wird als Zeichen der langjährigen engen Beziehungen zwischen den Seestreitkräften beider Länder gewertet. Er folgt auf die Teilnahme der indischen Fregatte INS Tabar an der russischen Marineparade in St. Petersburg im Juli.
Beobachter sehen in der Intensivierung der maritimen Kooperation auch einen Versuch Indiens, seine strategischen Optionen angesichts der zunehmenden Spannungen mit China im Indischen Ozean zu erweitern. Gleichzeitig bemüht sich Neu-Delhi um einen Balanceakt in seinen Beziehungen zu Russland und westlichen Staaten vor dem Hintergrund des Ukraine-Konflikts.
Der Besuch Admiral Moiseevs findet nur wenige Tage vor einer geplanten Ukraine-Reise des indischen Premierministers Narendra Modi statt. Experten werten dies als Ausdruck von Indiens vorsichtiger Diplomatie zwischen den geopolitischen Blöcken.
Die Vertiefung der russisch-indischen Marinekooperation dürfte in westlichen Hauptstädten aufmerksam verfolgt werden. Sie unterstreicht Indiens Bestreben, seine strategische Autonomie zu wahren und enge Beziehungen zu verschiedenen Großmächten aufrechtzuerhalten.


