In der Europäischen Union gehen gerade die Inflationsraten durch die Decke. So verzeichnen die baltischen Länder Estland, Lettland und Litauen mittlerweile eine Teuerung von 13,2 bis 19 Prozent. In den Niederlanden sind es mit 11,2 Prozent im April ebenfalls zweistellige Werte, genauso wie in der Slowakei mit 10,9 Prozent. In Deutschland sind es offiziell "nur" 7,8 Prozent. Dies zeigen die aktuellen Daten der europäischen Statistikbehörde Eurostat.

Vor allem die stark steigenden Energie- und Nahrungsmittelpreise sorgen dafür, dass sich die Lebenserhaltungskosten in Europa deutlich nach oben verschieben. Doch daran ist nicht primär der russische Einmarsch in die Ukraine Schuld (wenngleich dies vor allem bei Weizen, Mais und Sonnenblumenöl entsprechende Preisbewegungen nach oben verursachte). Vielmehr sorgen die westlichen Sanktionen und Embargos gegen Russland und russische Produkte (da insbesondere Öl und Gas) für unnötige Preissteigerungen. Mit den unsäglichen Sanktionen gegen Russland schadet Brüssel vor allem nur den Ländern in Europa, deren Wirtschaften massivst darunter leiden. Der Außenwert des Euro zerbröselt gerade. eine Verknappung und damit für stark steigende Preise. Die russische Gegenreaktion in Form von Exportstopps für Düngemittel und Weizen tut ihr Übriges dazu.

Die hohe Inflation und die trüben Wirtschaftsaussichten drücken jedoch auch auf den Außenwert der europäischen Gemeinschaftswährung. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Artikels bekam man auf den internationalen Märkten für einen Euro gerade einmal nur mehr 1,05 US-Dollar. Vor einem Jahr waren es noch 1,20 Dollar. Experten erwarten bereits, dass der US-Dollar bald schon den Euro im Außenwert überflügeln könnte. Insbesondere dann, wenn sich infolge der wirtschaftlichen Probleme durch die Sanktionen gegen Russland eine Rezession in Europa abzeichnet. Vor allem könnten sich wichtige Schlüsselindustrien komplett aus Europa verabschieden, weil die kurzsichtige und von Transatlantikern durchgesetzte Politik die Energieversorgung des Kontinents vernichtet.

Man könnte dies einen vorsätzlichen Angriffskrieg der herrschenden Politik auf die wirtschaftlichen Grundlagen Europas bezeichnen. Und wozu das Ganze? Haben nicht Länder wie Deutschland, Frankreich, Großbritannien & Co zusammen mit den Amerikanern illegal Serbien, Libyen, Syrien, den Irak und/oder andere Länder angegriffen, ohne dafür je zur Rechenschaft gezogen worden zu sein? Wo sind die Sanktionen und Öl- bzw. Gasembargos gegen Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate wegen ihres Angriffskriegs auf den Jemen, der seit Jahren andauert und bereits tausende zivile Opfer forderte? Von den Kriegsverbrechen dort ganz zu schweigen. Und nun ruinieren die Politiker in Brüssel, Berlin, Paris, Warschau & Co wegen der militärischen Aktionen Russlands in der Ukraine ihre eigenen Volkswirtschaften? Haben die Menschen und die Unternehmen nicht schon während der unsinnigen Covid-Lockdowns genug gelitten?

Klar, jeder Mensch hat seine eigene Ansichten zum aktuellen Krieg in der Ukraine - dennoch gilt es auch hier, sich seines Verstandes zu bedienen und solche desaströsen Sanktionsspiralen zu vermeiden. Vor allem dann, wenn diese nur durch eine geheuchelte (Doppel-)Moral pseudo-legitimiert wird. Vor allem jedoch: ist es das tatsächlich alles Wert?