Die russische Zentralbank hat am Montag ihre Goldankäufe bei lokalen Banken wieder aufgenommen, aber einen festen Preis für das Edelmetall festgelegt. Ab dieser Woche wird die russische Zentralbank zwischen dem 28. März und dem 30. Juni einen Festpreis von 5.000 Rubel (57 Dollar) pro Gramm zahlen, teilte die Bank am Freitag mit. Dies liegt unter dem aktuellen Marktwert von rund 63 Dollar, wobei es allerdings seit der Ankündigung dieser Maßnahme zu einer Annäherung der Preise kam. Die Zentralbank fügte hinzu, dass die Wiederaufnahme der Käufe die Versorgung und die ununterbrochene Produktion von einheimischem Gold sicherstellen wird.
Vor zwei Wochen kündigte die russische Zentralbank an, dass sie ihre offiziellen Goldkäufe bei den lokalen Banken aufgrund der stark gestiegenen Nachfrage seitens der Normalverbraucher einstelle. Der Grund dafür war, dass die Russen im März einen wahren Goldrausch erlebten, um ihre Ersparnisse zu schützen, als der Rubel zusammenbrach. Große Banken in Russland berichteten von einem Ansturm von Verbrauchern, die in Goldbarren und Münzen investierten.
Die Sberbank, Russlands größtes Finanzinstitut, berichtete, dass sich die Nachfrage nach Gold und Palladium in den letzten Wochen vervierfacht hat. Inzwischen bezeichnete auch das russische Finanzministerium Gold als "ideale Alternative" zum US-Dollar. Die Festlegung eines festen Goldpreises erinnert einige Analysten an das Vorgehen der USA während der Jahre des "Goldstandards". Der Zeitraum zwischen 1879 und 1914 ist als klassische Goldstandard-Ära bekannt, in der eine Unze Gold 21 Dollar entsprach. In den 1930er Jahren verboten die USA dann den Goldbesitz und erhöhten den Wert des Dollars in Gold von 20,67 Dollar auf 35 Dollar pro Unze. Dieser Preis blieb bis 1971 fest, als Richard Nixon die Konvertierbarkeit des US-Dollars in Gold einstellte, was bedeutete, dass andere Länder den Dollar nicht mehr gegen Gold eintauschen konnten. Im Jahr 1973 wurde der Goldstandard abgeschafft.



