Russland ist offen für die Akzeptanz von Bitcoin und Gold für seine Rohstoffexporte, sagte der Vorsitzende des Energieausschusses des russischen Kongresses, Pavel Zavalny, am Donnerstag auf einer Pressekonferenz. Zavalny erklärte, dass Russland bereit sei, verschiedene Währungen für seine Exporte zu akzeptieren, beginnend mit Erdgas, abhängig von der bevorzugten Zahlungsmethode des Käufers. Der Vorsitzende sagte jedoch, dass die Bedingungen vom Status der Außenbeziehungen des importierenden Landes mit Russland abhängen. "Wenn es sich um 'befreundete' Länder wie China oder die Türkei handelt, die keinen Druck auf uns ausüben, dann bieten wir ihnen schon seit einiger Zeit an, die Zahlungen auf nationale Währungen wie Rubel und Yuan umzustellen", sagte Zavalny auf der Pressekonferenz. "In der Türkei können es Lira und Rubel sein. Es kann also eine Vielzahl von Währungen geben, und das ist eine gängige Praxis. Wenn sie Bitcoin wollen, werden wir in Bitcoin handeln".
Zavalnys Erklärung folgt auf die Äußerungen von Präsident Wladimir Putin vom Mittwoch, in denen er forderte, dass "unfreundliche" Länder für russisches Gas in Rubel zahlen sollten. Putins Botschaft war klar, aber es ist unklar, ob Russland bestehende Verträge, die in Euro abgeschlossen wurden, einseitig ändern kann. Es ist allerdings davon auszugehen, dass die Verträge mit Gazprom entsprechende Klauseln für jenen Fall enthalten, dass finanzielle Sanktionen gegen Russland verhängt werden. Der Vorsitzende des Energieausschusses der Staatsduma schloss sich Putins Entscheidung an und fügte hinzu, dass das Land auch Gold akzeptieren sollte. "Wenn wir mit westlichen Ländern tauschen, sollten sie in hartem Geld zahlen", sagte Zavalny. "Und hartes Geld ist Gold, oder sie müssen in Währungen zahlen, die für uns bequem sind, und das ist die nationale Währung - der Rubel. Das bezieht sich auf unsere 'unfreundlichen' Länder."
Die Offenheit Russlands für die Akzeptanz von Bitcoin hat das Blatt gewendet, nachdem Putin im vergangenen Jahr in einem Interview auf der Russian Energy Week in Moskau diese Möglichkeit abgelehnt hatte. "Ich glaube, dass Bitcoin einen Wert hat", sagte Putin damals und bezog sich dabei auf Bitcoin. "Aber ich glaube nicht, dass er im Ölhandel eingesetzt werden kann." Auch die russische Zentralbank steht Kryptowährungen sehr reserviert gegenüber und sprach sich in der Vergangenheit immer wieder gegen eine offizielle Anerkennung dieser neuen digitalen Währungen aus. Dies könnte sich nun durch den politischen Druck ändern.



