Siemens Energy hat den russischen Energieriesen Gazprom der Lüge bezichtigt, dass internationale Sanktionen die Rückgabe einer Turbine für die Nord Stream 1-Pipeline von Deutschland nach Russland verhindern, berichtet "RT International". "Alles, was zu diesem Thema gesagt werden kann, ist gesagt worden, sogar der deutsche Bundeskanzler war gestern da und hat gesprochen, es gibt nichts mehr zu sagen... Es gibt keine EU-Sanktionen gegen die Turbine, das ist einfach nicht wahr", zitierte die russische Wirtschaftsnachrichtenagentur RBC am Donnerstag einen Vertreter von Siemens Energy mit den Worten. Russland führe täglich "verschiedene Gründe" an, warum die Turbine nicht von Gazprom abgenommen werden könne, so Siemens Energy, wie RBC zitiert. Wenn Russland die Anlage wirklich erhalten wollte, wäre dies bereits geschehen, so das Unternehmen. Am Mittwoch erklärte Gazprom, dass westliche Sanktionen die Lieferung der Nord Stream-Turbine von Deutschland nach Russland unmöglich machen. "Die Sanktionsregelungen Kanadas, der EU und Großbritanniens sowie die Unvereinbarkeit der aktuellen Situation mit den vertraglichen Verpflichtungen von Siemens machen die Lieferung des Triebwerks 073 an die Portowaja Verdichterstation unmöglich", so Gazprom in einer Erklärung. Zuvor hatte der Vorstandsvorsitzende von Siemens Energy, Christian Bruch, am Mittwoch erklärt, das deutsche Unternehmen habe alle Bedingungen für die Rücksendung der reparierten Turbine nach Russland erfüllt. Laut Bruch ist das Unternehmen "sehr daran interessiert", den Prozess voranzutreiben, und machte fehlende Dokumente der russischen Seite für die Verzögerung verantwortlich. Bundeskanzler Olaf Scholz inspizierte die Nord Stream-Turbine und erklärte, sie sei betriebsbereit und könne jederzeit nach Russland geschickt werden. Mitte Juni drosselte Gazprom die Gaslieferungen über Nord Stream auf 40 % der Kapazität, da Siemens die Turbine nach einer Reparatur in Kanada aufgrund der Sanktionen Ottawas gegen Moskau nicht rechtzeitig zurückgeschickt hatte. Auf Druck aus Berlin stimmte Kanada zu, die Turbine nach Deutschland und dann weiter nach Russland zu schicken. Am 25. Juli bestätigte Gazprom, dass es die Unterlagen für die Turbine von Siemens erhalten habe. Nach Angaben des russischen Unternehmens wurden in den Unterlagen jedoch die durch die Sanktionen aufgeworfenen Fragen nicht geklärt, und die Lieferung des Teils nach Deutschland stellte einen Vertragsbruch dar. Bis dato befindet sich die Turbine noch immer in Deutschland.