Die unglaubliche Höhe der Preise, die die Unternehmen jetzt für Materialien, Energie und Logistik zahlen müssen, stellt viele von ihnen vor eine bittere Wahl: Entweder geben sie die Preise an die Verbraucher weiter, die sich das nicht leisten können, oder sie riskieren, ihre eigenen Gewinnspannen zu ruinieren und stehen möglicherweise vor dem Bankrott.
Die Zahl von 45,8 Prozent birgt die Gefahr einer sozialen und wirtschaftlichen Explosion in den kommenden Monaten in sich. Während die Erzeuger vielleicht 45,8 Prozent mehr zahlen, haben die Verbraucher einen solchen Anstieg der Inflation noch nicht erlebt - noch nicht. Im Allgemeinen geht man davon aus, dass die Erzeugerpreise zuerst steigen, bevor sich diese höheren Kosten zu einer allgemeinen Inflation entwickeln. Immerhin geben die Zwischenhändler und Verarbeiter diese Preise dann auch weiter, so dass sie schlussendlich auch die Verbraucher treffen.
Die Kosten für die Erzeuger steigen nicht nur im Jahresvergleich, sondern auch von Monat zu Monat: Im August lagen die Preise um 7,9 Prozent höher als im Juli. Dies war nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) der höchste jemals in dieser Kategorie gemessene Wert.
Den größten Anteil an dem Kostensprung hat der Energiesektor, in dem die Preise für Öl, Gas, Strom und andere Energieträger um 139 Prozent stiegen. Dieser Sektor berührt aber auch fast alle anderen Branchen, darunter die Landwirtschaft, das verarbeitende Gewerbe und die chemische Industrie. Im Vergleich zu 2021 sind allein die Strompreise um 174,9 Prozent gestiegen.



