Die Versuche des Westens, die russische Wirtschaft mit Sanktionen zu destabilisieren, seien gescheitert, sagte Präsident Wladimir Putin am Freitag auf einer Regierungssitzung zu Wirtschaftsfragen.
"Durch die Aktionen der Zentralbank, durch die Maßnahmen, die von der Regierung rechtzeitig ergriffen wurden ... wurde viel erreicht. Und der so genannte Blitzkrieg, den unsere bösen Geister in Bezug auf Russland versucht haben, der wirtschaftliche Blitzkrieg, ist natürlich gescheitert", sagte er.
Der Präsident räumte jedoch ein, dass die Restriktionen der Wirtschaft des Landes geschadet haben und es würden "noch viele Risiken bestehen".
Die russischen Energieunternehmen sollten angesichts der aktuellen Herausforderungen im Zusammenhang mit den westlichen Sanktionen auf eine langfristige Perspektive hinarbeiten. Die Gasifizierung der Regionen des Landes und die Diversifizierung der Exporte sollten die Hauptaufgaben der Regierung sein, betonte er.
Dem russischen Regierungschef zufolge prüft die Regierung bereits Optionen für die Entwicklung von Eisenbahn-, See- und Pipeline-Infrastrukturen für die Lieferung von russischem Öl und Ölprodukten in befreundete Länder sowie von Gastransportinfrastrukturen zur Steigerung der Gaslieferungen nach Asien und auf den heimischen Markt.
In Bezug auf die allgemeine Wirtschaftslage wies er darauf hin, dass die Weltmärkte "immer noch in Unordnung sind, weil der Westen dazu aufruft, auf russische Energieressourcen zu verzichten."
Putin erinnerte daran, dass der Preis für Brent-Öl aufgrund von Befürchtungen über eine mögliche Verknappung auf 130 Dollar pro Barrel angestiegen war, in den letzten Tagen aber aufgrund von Prognosen über eine weltweite Konjunkturabschwächung um 20 bis 30 Dollar gefallen ist.
Der russische Präsident erinnerte seine Zuhörer daran, dass er die europäischen Staats- und Regierungschefs wiederholt vor der aktuellen Lage auf dem globalen Energiemarkt gewarnt habe, aber niemand habe auf ihn gehört. "Sie haben unsere Warnungen so abschätzig behandelt. Dies ist genau die Situation, vor der wir gewarnt haben und die heute eintritt", sagte er.
Putin wies auch darauf hin, dass eine Fortsetzung der Sanktionspolitik der westlichen Länder katastrophale Folgen für den globalen Energiemarkt haben könnte. Anti-Russland-Sanktionen richten viel mehr Schaden bei denen an, die sie einführen, sagte er.
Gleichzeitig sei die Lage auf dem russischen Energiemarkt trotz des Sanktionsregimes stabil, erklärte der Präsident. Ihm zufolge erreichte die Öl- und Gaskondensatproduktion im Juni 10,7 Millionen Barrel pro Tag, das sind 500.000 Barrel mehr als im Vormonat. Insgesamt ist die russische Ölproduktion seit Jahresbeginn um 3,5 % gestiegen. Die Gasproduktion für den Zeitraum von Januar bis Mai ging leicht zurück, um lediglich 2 %, fügte der Präsident hinzu.



