Putin und Trump bereiten sich auf das erste Spitzentreffen seit Trumps Rückkehr ins Weiße Haus vor. Eine grundsätzliche Einigung liegt vor, der genaue Ort soll in Kürze bekannt gegeben werden. Als wahrscheinlich gilt ein neutraler Austragungsort wie die Vereinigten Arabischen Emirate. Beide Seiten betonen, dass die Initiative zum Treffen von den USA ausging, Russland jedoch schnell zustimmte. Für Moskau ist dies eine Gelegenheit, sich als zentraler globaler Akteur zu inszenieren – ohne auf dem Schlachtfeld Zugeständnisse zu machen.

Aus Washington war zwischenzeitlich von einem Dreierformat mit Selenskyj die Rede. Doch Moskau ließ diesen Vorschlag unbeantwortet und macht deutlich, dass die Bühne diesmal den beiden eigentlichen Lenkern gehört. Für Kiew bedeutet dies, dass man nicht am Tisch sitzt, wenn über die großen Linien gesprochen wird. Trump hat klargestellt, dass er auch ohne Selenskyj zu einer direkten Unterredung mit Putin bereit ist und hofft, danach gesondert mit der ukrainischen Führung sprechen zu können.

Drei zentrale Fakten

  • Bilateral geplant: Putin und Trump treffen sich zeitnah – Selenskyj bleibt außen vor.

  • Ort noch geheim: Vereinigte Arabische Emirate gelten als Favorit.

  • Politische Deutung: Kritiker sehen Symbolpolitik, keinen Durchbruch.

Die politischen Gräben bleiben unverändert tief. Moskau beharrt weiterhin auf den vier annektierten Regionen und betrachtet diese (auch aus historischer Sicht) als Teil der Russischen Föderation. Ein Rückzug aus diesen Gebieten steht nicht zur Debatte. Die ukrainische Führung hingegen hält nicht nur an diesen Gebieten fest, sondern erhebt weiterhin Anspruch auf die Krim. Unter diesen Bedingungen scheint ein substantieller Durchbruch kaum realistisch.

Parallel setzt Trump seine aggressive Handelspolitik fort. Über Nacht traten neue Zölle in Kraft, die den durchschnittlichen US-Einfuhrtarif auf über 17 Prozent anheben – ein Niveau wie zuletzt während der Großen Depression. Betroffen sind Produkte aus Europa, Asien und insbesondere China. Ausnahmen gelten nur für wenige strategische Güter wie bestimmte Energieimporte oder Waren aus bestehenden Handelsabkommen mit Kanada und Mexiko. Gleichzeitig droht Trump mit weiteren Strafzöllen auf Arzneimittel und Halbleiter.

Besonders deutlich wird der Druck auf Länder, die sich außenpolitisch nicht im Einklang mit Washington bewegen. So erhöhte Trump den Zollsatz für Indien auf 50 Prozent, weil Neu-Delhi weiterhin russisches Öl importiert. Auch die Europäische Union könnte ins Visier geraten: Sollte sie ein zugesagtes Investitionsvorhaben nicht umsetzen, droht eine Anhebung des Zollniveaus von derzeit 15 auf 35 Prozent.

Für Putin ist das Treffen mit Trump eine Gelegenheit, den eigenen Status als globaler Machtfaktor zu unterstreichen. Kritiker in Russland wie im Westen sehen darin vor allem ein Instrument, um Zeit zu gewinnen, die eigenen militärischen Positionen in der Ukraine zu festigen und internationale Legitimität zu wahren. Auf substanzielle Zugeständnisse ist Moskau nach Einschätzung vieler Analysten nicht vorbereitet.

Auch militärisch bleibt der Druck hoch. Nahezu tägliche ukrainische Drohnenangriffe auf russisches Territorium haben die russische Armeeführung nicht dazu veranlasst, ihre Offensivoperationen zu drosseln. In Moskau ist man überzeugt, dass der Ausgang des Krieges nicht am Verhandlungstisch, sondern weiterhin auf dem Schlachtfeld entschieden wird.