Der russische Präsident Wladimir Putin hat am Samstag ein Telefongespräch mit seinem iranischen Amtskollegen Ebrahim Raisi geführt, in dem die Führer der stark sanktionierten Staaten über weitere Möglichkeiten zur Verbesserung der bilateralen Beziehungen unter dem Druck des Westens diskutierten.

"Die führenden Politiker erörterten eine Reihe aktueller Themen auf der bilateralen Agenda, wobei der Schwerpunkt auf dem weiteren Ausbau der Interaktion in den Bereichen Politik, Handel und Wirtschaft, einschließlich Transport und Logistik, lag", heißt es in einer kurzen Mitteilung des Kremls über das Gespräch.

Nach Angaben Teherans begrüßte Raisi Moskaus Bestreben, die wirtschaftliche Zusammenarbeit mit dem Iran zu verbessern. Er wies darauf hin, dass die jüngste Intensivierung des diplomatischen und wirtschaftlichen Austauschs die Beziehungen zwischen den beiden Ländern "stärke".

Russland und der Iran bauen ihre Energie- und Handelsbeziehungen inmitten der gegen beide Länder verhängten westlichen Sanktionen rasch aus. Durch Tauschgeschäfte wie ein 40-Milliarden-Dollar-Abkommen mit dem russischen Energiekonzern Gazprom, das im Dezember abgeschlossen werden soll, können die Länder Abrechnungsprobleme mit dem westlichen Finanzsystem vermeiden. Außerdem unterhalten sie über das Kaspische Meer direkte Handelsbeziehungen.

Anfang dieser Woche besuchte der Chef des russischen Sicherheitsrates, Nikolaj Patruschew, Teheran, wo er mit einer Reihe hochrangiger Beamter zusammentraf, darunter sein Sicherheitskollege Ali Schamchani und Präsident Raisi. Die Reise löste in den westlichen Medien neue Spekulationen über die sicherheitspolitischen Beziehungen der beiden Länder aus, nachdem wochenlang behauptet worden war, der Iran habe Russland mit Kamikaze-Drohnen beliefert.

Sowohl Moskau als auch Teheran haben wiederholt bestritten, dass Waffenlieferungen inmitten des Konflikts zwischen Moskau und Kiew stattgefunden haben. Kiew besteht darauf, dass es sich bei den von Moskau als russische Geran-2 bezeichneten Drohnen in Wirklichkeit um vom Iran gelieferte Shahed-136-Drohnen handelt. Letzte Woche erklärte der iranische Außenminister Hossein Amirabdollahian, sein Land habe Russland vor Beginn des Konflikts nur eine "kleine Anzahl von Drohnen" geliefert.

Im Juni beantragte die Islamische Republik Iran offiziell die Aufnahme in die Gruppe der fünf BRICS-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika), auf die über 40 % der Weltbevölkerung und fast ein Viertel des weltweiten BIP entfallen. Zu den erklärten Zielen der Vereinigung gehören die Förderung von Frieden, Sicherheit, Entwicklung und Zusammenarbeit auf globaler Ebene sowie ein Beitrag zur Entwicklung der Menschheit.