Die Entscheidung der deutschen Behörden, die NATO-Verpflichtungen zum Nachteil der nationalen Interessen einzuhalten, sei ein Fehler, sagte der russische Präsident Wladimir Putin am Freitag vor den Medien.

"Offensichtlich haben bestimmte Bündnisverpflichtungen Vorrang. In diesem Fall sind es die Verpflichtungen der Bundesrepublik Deutschland im Rahmen des Nordatlantischen Bündnisses. Ist das richtig oder falsch? Ich glaube, dass dies ein Fehler ist und dass die Unternehmen, die Wirtschaft und die Bürger der Bundesrepublik dafür bezahlen müssen, weil es negative wirtschaftliche Folgen für die Eurozone im Allgemeinen und für die Bundesrepublik im Besonderen hat", sagte Putin.

Es sei Sache der deutschen Behörden zu entscheiden, was für sie wichtiger sei: die Wahrung ihrer nationalen Interessen oder die Einhaltung der NATO-Verpflichtungen, betonte er.

"Diese Entscheidung ist von den Menschen zu treffen, die in diesem oder jenem Land, in diesem Fall in Deutschland, rechtmäßig an die Macht gekommen sind. Sie sollten sich entscheiden, was für sie wichtiger ist: die Erfüllung einiger Bündnisverpflichtungen, so wie sie sie sehen, oder die Sicherstellung der Interessen ihrer eigenen Bevölkerung - ihrer nationalen Interessen", sagte Putin.

Am 23. August kündigte Bundeskanzler Olaf Scholz die Absicht Deutschlands an, der Ukraine drei zusätzliche IRIS-T-Luftabwehrsysteme, zehn Bergepanzer, 20 Raketenwerfer, präzisionsgelenkte Munition und Drohnenabwehrsysteme zu liefern. Die Übergabe der Ausrüstung ist für 2023 vorgesehen. Einige Ausrüstungsgegenstände können auch früher geliefert werden.
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