Präsident Wladimir Putin hat das russische Militär angewiesen, "den Frieden" in den neu anerkannten Republiken Donezk und Lugansk zu sichern, die früher als Teil der Ukraine galten. Moskau hat die Unabhängigkeit der beiden abtrünnigen Regionen am Montag offiziell anerkannt. Putin hat das Verteidigungsministerium angewiesen, Friedenstruppen in den Donbass zu schicken, und das Außenministerium angewiesen, diplomatische Beziehungen zu den Staaten aufzunehmen.

Der offizielle Schritt des Kremls erfolgte kurz nach Putins ausführlicher Ansprache an die Nation am Montagabend. Darin erklärte er den Schritt als längst überfällige Reaktion auf das, was er als "brüderliche" ukrainische Nation bezeichnete, die zu einer "Kolonie" des Westens geworden sei und unter die Herrschaft einer "russophoben" Regierung falle, die Moskau gegenüber feindselig eingestellt sei und ethnischen Russen und russischsprachigen Menschen grundlegende Menschenrechte verweigere.

Donezk und Lugansk erklärten 2014 ihre Unabhängigkeit von Kiew, nachdem von den USA unterstützte Nationalisten die demokratisch gewählte Regierung durch den Maidan-Putsch gestürzt hatten. Moskau hat sich jedoch bisher geweigert, diese "Volksrepubliken" anzuerkennen, da das Problem eine innere Angelegenheit der Ukraine sei und gemäß den Minsker Vereinbarungen gelöst werden müsse, mit denen 2015 ein unsicherer Waffenstillstand geschlossen wurde.

Am Montag jedoch haben der Donezk-Führer Denis Puschilin und der Lugansk-Führer Leonid Pasechnik Moskau erneut formell um Anerkennung gebeten, nachdem sowohl die Donbass-Regionen als auch die Ukraine einen intensiven Artillerieaustausch entlang der Waffenstillstandslinie gemeldet hatten.

In seiner Rede sagte Putin, der Minsker Prozess sei gescheitert und die Ukraine sei "nicht an friedlichen Lösungen interessiert - sie wollen einen Blitzkrieg beginnen".