Die deutsche Fregatte "Baden-Württemberg" ist zu einer mehrmonatigen Fahrt in den Indopazifik aufgebrochen. Zusammen mit dem Versorgungsschiff "Frankfurt am Main" soll das Kriegsschiff mit rund 500 Soldaten an Bord einmal die Welt umrunden. Ein zentraler und politisch heikler Teil der Mission ist die geplante Präsenz im Südchinesischen Meer.
Die Route der Fregatte durch diese umstrittenen Gewässer wird mit Spannung erwartet. Bei einer ähnlichen Mission 2021 hatte die Fregatte "Bayern" die von China beanspruchte Taiwan-Straße gemieden, um Peking nicht zu verärgern. Dies wurde vielfach als zu zurückhaltend kritisiert.
Nun steht die Bundesregierung unter Beobachtung, ob sie dieses Mal eine klarere Haltung einnehmen und für die freie Schifffahrt in internationalen Gewässern eintreten wird. Eine Durchfahrt durch die Taiwan-Straße würde ein deutliches Signal an China senden, könnte aber auch zu diplomatischen Spannungen führen.
Die endgültige Entscheidung über die genaue Route steht noch aus. Das Verteidigungsministerium betont, der Einsatz sei das "wichtigste Vorhaben der Verteidigungsdiplomatie" in diesem Jahr. Neben der Präsenz im Südchinesischen Meer wird die "Baden-Württemberg" auch an multinationalen Militärübungen teilnehmen, unter anderem dem großen Seemanöver RIMPAC vor Hawaii im August.
Mit der Mission will Deutschland sein sicherheitspolitisches Engagement in der strategisch wichtigen Indo-Pazifik-Region verstärken. Gleichzeitig muss Berlin einen Balanceakt zwischen dem Eintreten für eigene Prinzipien und der Rücksichtnahme auf China vollführen. Die Route der Fregatte wird zeigen, wie Deutschland diesen Spagat meistert.


