Laut einer Erklärung des österreichischen Energieministeriums vom Montag, über die Bloomberg berichtet, bestehe "ein massives Risiko eines entsprechenden Lieferausfalls mit weitreichenden Folgen, solange eine Abhängigkeit von russischen Gaslieferungen besteht." Das Ministerium betonte: "Wir müssen Österreichs Abhängigkeit von russischen Gaslieferungen so schnell wie möglich beenden."
Die Warnung erfolgt vor dem Hintergrund stark gestiegener Energiepreise in Europa, nachdem ukrainische Truppen in der Nähe eines wichtigen grenzüberschreitenden Gastransitpunkts in Russland eingedrungen waren. Dies hat Energiebeamte und Händler dazu veranlasst, die Wahrscheinlichkeit einer Lieferunterbrechung neu zu bewerten.
Die österreichische Regierungskoalition hat sich verpflichtet, die Gasimporte aus Russland bis 2027 im Rahmen einer umfassenderen Transformation des Energiesystems des Landes zu beenden. Vor den Nationalratswahlen am 29. September wird die Regierung voraussichtlich einen detaillierten Fahrplan vorlegen.
Selbst ohne russisches Gas verfügt Österreich über ausreichende Pipelinekapazitäten über Italien und Deutschland, um mehr als den doppelten Jahresbedarf zu decken. Laut einem im Juni veröffentlichten Regierungsbericht wird die Transitkapazität von etwa 185 Terawattstunden in diesem Jahr auf 212 Terawattstunden jährlich im Jahr 2027 steigen.
Der österreichische Kraftstoffverbrauch ging in der ersten Hälfte dieses Jahres im Vergleich zur durchschnittlichen Nachfrage von 91 Terawattstunden vor der russischen Invasion in der Ukraine im Februar 2022 um etwa 23% zurück. Im vergangenen Jahr verbrauchte das Land nur 75 Terawattstunden Gas.
Sollten die russischen Lieferungen abrupt stoppen und Österreich nicht in der Lage sein, mehr Brennstoff über Italien zu transportieren, könnte das Gas in den Speichern bis 2026 auf nur 15% der Kapazität sinken, so das schlimmste von der Regierung veröffentlichte Szenario. Ein wahrscheinlicheres Szenario geht davon aus, dass die russischen Lieferungen ab Januar 2025 eingestellt werden, neue Lieferungen über Italien die steigende Nachfrage befriedigen und die Speicher zu Beginn des Jahres 2027 zu 60% gefüllt sind.
Österreich unterhält eine der ältesten und tiefsten Verbindungen zu russischer Energie in Europa und hat 2018 einen langfristigen Gasvertrag bis 2040 verlängert. Das staatliche Unternehmen OMV AG, Österreichs größtes Unternehmen für fossile Brennstoffe, ist aus Österreichs Nachkriegsbeziehungen zur Sowjetunion hervorgegangen.



