Der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte hat der Ukraine bei einem Besuch in Kiew schwere Waffen versprochen und gleichzeitig die Partnerländer aufgefordert, dasselbe zu tun. "Die Ukraine braucht unsere militärische Unterstützung. Wir müssen die Ukraine mit modernen Präzisionswaffen unterstützen. Ich rufe alle meine Kollegen in Europa und anderen Teilen der Welt auf, der Ukraine mit schweren Waffen zu helfen. Wir selbst werden schwere Waffen, gepanzerte Fahrzeuge und Panzerhaubitzen liefern", sagte Rutte.
Der Premierminister rief auch zu wirtschaftlicher Unterstützung für die Ukraine auf. "Wir müssen der Ukraine wirtschaftlich helfen, damit die ukrainische Wirtschaft unter den gegenwärtigen Umständen so gut wie möglich weiter funktionieren kann. Wir wissen nicht, wie lange dieser schwierige Krieg dauern wird, aber wir wissen, dass die Ukraine auch dann noch unsere Unterstützung brauchen wird, wenn er endlich zu Ende ist", sagte Rutte.
Er fügte hinzu, dass er auch die internationale Gemeinschaft auffordere, Verhandlungen über den Wiederaufbau der Ukraine aufzunehmen, der laut einem Bericht der New York Times mindestens 750 Milliarden Euro kosten wird.
Während seines Arbeitsbesuchs in der Ukraine besuchte Rutte Bucsa, Irpiny und Borogyanka, die Siedlungen in der Umgebung von Kiew, in denen die ukrainischen Behörden nach dem Abzug der russischen Truppen die Leichen zahlreicher getöteter Zivilisten gefunden hätten. Auf der Pressekonferenz in Kiew erklärte er: "Keiner derjenigen, die in der Ukraine schwere Verbrechen begangen haben, kann sich der Justiz entziehen."
"Heute habe ich einige der Orte besucht, an denen Putins Armee eine schreckliche Spur hinterlassen hat: Ruinen und Tod. Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie viel Leid die Besatzer dort angerichtet haben", zitierte die Nachrichtenagentur Interfax-Ukraine Rutte. Der niederländische Premierminister fügte hinzu, dass in dieser Woche in Den Haag eine von der Europäischen Kommission und dem Internationalen Strafgerichtshof organisierte Sonderkonferenz stattfinden wird, um die Rechenschaftspflicht für Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen sicherzustellen.
Der ukrainische Präsident Volodymyr Zelensky versprach auf der Pressekonferenz, dass "die Ukraine in der nächsten Phase vor dem Beginn der Verhandlungen über die EU-Mitgliedschaft keine Zeit verliere. Wir haben schnell den Status eines Beitrittskandidaten erhalten, und ich möchte Mark (Rutte) persönlich für die Unterstützung unserer Kandidatur danken. Ich weiß, dass die Entscheidung nicht leicht war, deshalb danke ich Ihrer Regierung und Ihrer Gesellschaft. Für uns ist dies ein wirklich wichtiger Indikator dafür, wer wirklich hinter uns steht und wer sich für uns einsetzt. Wir werden in der nächsten Phase vor dem Beginn der Verhandlungen über die EU-Mitgliedschaft keine Zeit verlieren und unseren Staat weiter umgestalten, damit er bereit ist, ein vollwertiges Mitglied der EU zu werden."



