Auch wenn die zusätzlichen NATO-Soldaten aus Großbritannien und Deutschland mehr als symbolische Geste zu betrachten sind, kommen sie doch in Zeiten, in denen eine solche Symbolik wenig zur Entspannung zwischen dem westlichen Militärbündnis und Russland beitragen kann. Zwar hat das Gespräch zwischen den Präsidenten Putin und Macron zumindest ein paar Wogen geglättet, doch der Konflikt ist noch lange nicht beseitigt.
Und was macht die Bundesregierung in Berlin? Noch mehr Soldaten faktisch an die russische Grenze schicken. Und zwar nach Litauen. Dies kam nach Vorwürfen, die Deutschen würden nicht hart genug gegenüber Russland auftreten. "Wir haben das Parlament vor wenigen Minuten darüber informiert, dass wir die Battle Group in Litauen verstärken werden", sagte Verteidigungsministerin Christine Lambrecht am Montagnachmittag beim Besuch einer Panzerlehrbrigade in Munster, südlich von Hamburg. "Die Verstärkung wird bis zu 350 Soldaten umfassen, die innerhalb weniger Tage verlegt werden können", sagte Lambrecht und fügte hinzu, dass sie mit ihrem litauischen Amtskollegen sowie mit Bundeskanzler Olaf Scholz "intensive Gespräche" darüber geführt habe.
"Wir stärken unseren Beitrag zur Ostflanke der NATO und senden ein klares Signal der Geschlossenheit an unsere Verbündeten", sagte Lambrecht, um Zweifel am deutschen Engagement zu zerstreuen. "Auf uns ist Verlass und das zeigen wir mit dieser Verstärkung der Battle Group", fügte sie hinzu. Nun, wenigstens hat sich nicht von der "Ostfront" gesprochen.
Auch die Briten werden 350 Soldaten nach Osteuropa schicken - genauer gesagt nach Polen. Dies gab der britische Verteidigungsminister Ben Wallace am Montag bei einem Besuch seines polnischen Amtskollegen Mariusz Błaszczak in London bekannt. Wallace sagte, die zusätzlichen Truppen würden das Kontingent von 100 britischen Soldaten ergänzen, das sich bereits in Polen befindet. Die Entscheidung sei ein "bilateraler Einsatz, der zeigen soll, dass wir zusammenarbeiten können und ein starkes Signal aussendet, dass Großbritannien und Polen Seite an Seite stehen", sagte er auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Błaszczak.
Der Schritt folgt auf die Ankunft von einigen Dutzend Elitesoldaten und Ausrüstungsgegenständen der USA am Sonntag im Südosten Polens nahe der Grenze zur Ukraine, nachdem US-Präsident Joe Biden angesichts den Warnungen einer angeblich bald stattfindenden russischen Invasion in der Ukraine die Entsendung von 1.700 Soldaten dorthin angeordnet hatte. Und das, obwohl Moskau keinen Gewinn von solch einem Schritt hätte, während es dadurch mit massiven Gegenmaßnahmen durch den Westen konfrontiert wäre.



