Laut ihrem Generalsekretär Jens Stoltenberg durchläuft die NATO derzeit "die größte Überholung der kollektiven Verteidigung und Abschreckung seit dem Kalten Krieg", nachdem sich die Organisation als Hauptunterstützer der Ukraine bei deren Verteidigungsbemühungen gegen eine russische Invasion erwiesen hat.

Doch gab es schon vor dem Russland-Ukraine-Krieg auf dem europäischen Kontinent im Jahr 2022 große Spannungen über den Zustand der militärischen Infrastruktur der NATO, da die meisten europäischen Staaten in Friedenszeiten bei den Verteidigungsausgaben einen laxen Ansatz gewählt hatten.

US-Präsident Donald Trump rückte das Thema 2018 erneut in den Vordergrund, als er eine Reihe von NATO-Mitgliedstaaten, insbesondere Deutschland, dafür kritisierte, dass sie die auf dem NATO-Gipfel in Wales 2014 vereinbarte Ausgabenschwelle von zwei Prozent des BIP nicht einhalten.

Infographic: Where NATO Defense Expenditure Stands in 2022 | Statista

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Den kürzlich von der Organisation veröffentlichten Daten zufolge haben von den 29 NATO-Mitgliedern mit Streitkräften nur neun dieses Ausgabenniveau erreicht oder überschritten.

Die Liste umfasst die USA, das Vereinigte Königreich, Griechenland, Kroatien, Estland, Lettland, Polen, Litauen und die Slowakei, was zeigt, dass die osteuropäischen Staaten möglicherweise besser auf die wieder aufkommenden militärischen Bedrohungen in Europa eingestellt sind. Rumänien und Frankreich, die zuvor ebenfalls das 2-Prozent-Ziel erreicht hatten, blieben im Jahr 2022 leicht darunter. Am nächsten dran am Erreichen der Schwelle waren die jüngsten NATO-Mitglieder Montenegro und Nordmazedonien mit 1,75 bis 1,78 Prozent des BIP für Verteidigungsausgaben, gefolgt von Albanien, Bulgarien und den Niederlanden.

Trotz der jüngsten Zuwächse blieben die größeren und wohlhabenderen NATO-Mitglieder bis 2022 hinter dem Ziel zurück - oft mit großem Abstand. Dazu gehören Deutschland, Kanada, Italien und Spanien.