Die NATO-Mitgliedsstaaten sollten sich stärker auf die Bereitstellung von Flugabwehr- und Raketenabwehrsystemen für die Ukraine konzentrieren, sagte der Generalsekretär des Bündnisses am Mittwoch. Jens Stoltenberg betonte im Vorfeld eines Treffens der NATO-Verteidigungsminister in Brüssel den "dringenden Bedarf" Kiews an solchen Waffen.

"Die Verbündeten haben Luftabwehr bereitgestellt, aber wir brauchen noch mehr. Wir brauchen verschiedene Arten von Luftverteidigung", sagte Stoltenberg vor Journalisten und nannte "Luftverteidigungssysteme mit kurzer und langer Reichweite, um ballistische Raketen, Marschflugkörper und Drohnen abzuwehren."

Der NATO-Chef lobte Deutschland für die Lieferung von modernen IRIS-T-Abfangjägern an Kiew. Er fügte hinzu, dass die NATO solche Lieferungen ausweiten müsse, da die Ukraine ein großes Land mit vielen Städten sei, die vor russischen Angriffen geschützt werden müssten.

Der NATO-Chef bezog sich dabei auf die Bombardierung der ukrainischen Energieinfrastruktur in dieser Woche, die Moskau als Vergeltung für die Angriffe Kiews auf die russische Energie- und Verkehrsinfrastruktur bezeichnete.

Anfang dieser Woche erklärte Präsident Wladimir Putin, Kiew stecke hinter den Sabotageversuchen gegen ein Kernkraftwerk und die Turkstream-Erdgaspipeline sowie hinter dem tödlichen Lkw-Bombenanschlag auf die Krim-Brücke in der vergangenen Woche.

Er behauptete, der Einsatz "terroristischer" Taktiken durch die Ukraine rechtfertige das vom russischen Militär vorgeschlagene neue Vorgehen.