Warum ist die NATO so erpicht darauf, mehrere Länder in der Nähe der russischen Grenzen in ihren Schoß aufzunehmen, ohne sich um die geopolitischen Folgen zu kümmern? Wahrscheinlich, weil der Krieg in der Ukraine nicht so gut läuft. Oder vielleicht ist es das Ziel, absichtlich einen noch größeren Konflikt herbeizuführen. In jedem Fall deutet das Verhalten der NATO darauf hin, dass es eine Menge Informationen gibt, die der Öffentlichkeit vorenthalten werden.
NATO-Chef General Jens Stoltenberg hat auf eine rasche Genehmigung der Anträge Schwedens und Finnlands gedrängt, während Beamte des US-Verteidigungsministeriums den Ausschuss für auswärtige Beziehungen des Senats aufforderten, die Anträge rasch zu genehmigen.
Da die Propaganda der Mainstream-Medien in Bezug auf die Situation in der Ukraine in den letzten Monaten konstant war, war es schwer, die Fakten des Konflikts zu beurteilen. Erst in den letzten Wochen gab es Eingeständnisse der ukrainischen Führung, die auf die wahren Verhältnisse vor Ort hinwiesen. Präsident Volodymyr Zelenskyy selbst räumte ein, dass die ukrainischen Verluste hoch sind: 60 bis 100 pro Tag. Andere Quellen sprechen von 100 bis 200 Opfern pro Tag. Die Ukrainer müssen eine Zahl vorlegen, die groß genug ist, um mehr NATO-Rüstung und Geld zu rechtfertigen, und gleichzeitig sicherstellen, dass sie nicht so hoch ist, dass sie ihre Truppen vor Ort demoralisiert.
Die westlichen Regierungen und Medien haben genau das Gegenteil behauptet. Sie behaupten, dass Russland im Grunde genommen "bereits verloren" habe und es nur noch eine Frage der Zeit sei, bis es aus der Ukraine vertrieben werde. Unabhängig davon, welche Seite man in diesem Krieg für richtig oder falsch hält, kann man die Situation nur beurteilen, wenn man die von den Medien verbreiteten Vorstellungen hinter sich lässt und sich die Fakten objektiv ansieht. Die Medien werden niemals eine ehrliche Bewertung abgeben, dafür werden sie nicht bezahlt.
Es gibt eine sehr alte militärische Regel, die möglicherweise erstmals von Sun Tzu in Die Kunst des Krieges veranschaulicht wurde und die Anführer davor warnt, ihrer eigenen Propaganda Glauben zu schenken. Diesen Fehler hat Amerika im Vietnamkrieg begangen. Es ist ein Fehler, den die Amerikaner während ihrer Besetzung Afghanistans gemacht haben. Und es scheint ein Fehler zu sein, den die NATO bei ihren Überlegungen zur Ukraine macht.
Eine andere Erklärung ist, dass die NATO die Tatsachen vor Ort sehr wohl kennt, und dass die Darstellung, die sie über einen scheiternden russischen Vormarsch verbreitet, nur für die westliche Öffentlichkeit bestimmt ist. Wenn sich der Konflikt für die Ukrainer zuspitzt, wie es bereits der Fall ist, und Zelensky aus dem Land gejagt wird, hofft man vielleicht, dass die Öffentlichkeit so wütend und schockiert sein wird, dass sie eine militärische Aufrüstung in anderen Nachbarländern Russlands unterstützen wird? Oder sogar amerikanische und europäische Stiefel auf dem Boden in der Ukraine unterstützen (über die "Berater" hinaus, die bereits dort sind)?
Es ist schwer zu sagen, aber der Kreml hat deutlich gemacht, dass ein Beitritt Finnlands und Schwedens zur NATO eine extreme Eskalation darstellen würde.
Litauen hat die Spannungen weiter verschärft, indem es Exporte aus Russland auf dem Schienenweg nach Kalingrad, dem Sitz der russischen Ostseeflotte, blockiert hat. Russland hat eine Warnung herausgegeben, dass dies eine ernsthafte Verletzung des russischen Zugangs zu der Region darstellt.
Die Geschwindigkeit, mit der die NATO-Mitglieder den potenziellen Konflikt mit Russland verschärfen, lässt vermuten, dass die Ukraine bald fallen wird und neue Kampflinien gezogen werden, bevor dies geschieht. Russland hat in der Ost- und Südukraine erhebliche Fortschritte gemacht, und der größte Teil der wirtschaftlichen Produktion, einschließlich der Nahrungsmittelerzeugung, wurde in dem Land um die Hälfte reduziert. Dies wurde größtenteils ohne moderne Waffen wie Marschflugkörper und andere effektivere russische Rüstungsgüter erreicht. In vielen Gebieten der Ukraine wurden auch keine primären Versorgungseinrichtungen oder Infrastrukturen (wie Strom- oder Wasserversorgung) angegriffen, was darauf schließen lässt, dass versucht wurde, den Kollateralschaden zu begrenzen. Eine Eskalation durch die NATO könnte ein aggressiveres Vorgehen Russlands in der Region auslösen.
Auch hier spielt es keine Rolle, welche "Seite" man unterstützt, die Zeichen stehen auf Sturm. Die NATO scheint sich bereits auf einen Zusammenbruch der Ukraine vorzubereiten. Es ist wichtig, die logistischen Realitäten zu akzeptieren und sich nicht vom Eifer der Propaganda anstecken zu lassen, denn ein Scheitern kann ebenso eine Waffe sein wie ein Erfolg. Wenn die Ukraine fällt, wird die westliche Bevölkerung dann so erzürnt sein, dass sie in einen noch größeren Krieg hineingezogen werden kann?



