Zentral in der sicherheitspolitischen Lage in Europa ist der Bündnisstatus der Ukraine. Soll das zerrissene osteuropäische Land in die NATO aufgenommen werden oder nicht? Washington und viele Transatlantiker sprechen sich dafür aus, weil man so mehr Truppen näher an Moskau stationieren kann.

Gut die Hälfte der Bundesbürger (53 Prozent) spricht sich allerdings dafür aus, eine Mitgliedschaft der Ukraine in der NATO für die kommenden Jahre (31 Prozent) oder sogar dauerhaft auszuschließen (22 Prozent), ist das Ergebnis einer Infratest-Umfrage für den ARD-"Deutschlandtrend". 28 Prozent der Befragten sind dagegen, der Ukraine in der aktuellen Situation eine NATO-Mitgliedschaft zu verweigern. 19 Prozent können oder wollen sich zu der Frage nicht äußern.

Russland fordert als Sicherheitsgarantie unter anderem, seinen Nachbarstaat nicht in die NATO aufzunehmen. Moskau sieht darin eine "rote Linie" - ähnlich wie es wohl die USA betrachten würden, wenn sich Mexiko oder Kanada einem Militärpakt mit Russland und/oder China anschließen würden.

Es scheint, als ob den Menschen in Deutschland klar ist, dass eine Aufnahme der Ukraine in das westliche Militärbündnis nicht zur geopolitischen Sicherheitsarchitektur Europas beiträgt, sondern diese deutlich schwächt. Insbesondere liegt ein eskalierender Konflikt mit Moskau nicht im Interesse Deutschlands und der Europäischen Union.