Eigentlich ist es eine Ironie der Geschichte: mit Königin Elizabeth I wurden Ende des 16. Jahrhunderts die ersten Grundsteine des britischen Imperiums gesetzt, indem während ihrer Regentschaft die ersten englischen Kolonien in Amerika gegründet wurden. Sie war es auch, die in Westafrika Sklaven erbeuten ließ, um diese über den Atlantik verkaufen zu lassen, was zu Kriegen mit den Spaniern führte. Und nun, mit dem Tod von Elizabeth II, scheint den Überresten des britischen Weltreiches der letzte "Todesstoß" versetzt zu werden.
So werden in einigen ehemaligen britischen Kolonien, in denen der britische Monarch auch Staatsoberhaupt ist, die Rufe der Republikaner laut, endgültig das Staatswesen zu reformieren und sich komplett von London loszusagen. In Australien beispielsweise gewinnen die Gegner der Monarchie langsam die Oberhand - und der wenig respektierte König Charles III dürfte sich wohl nicht mehr lange König von Australien nennen können.
Ähnliche politische Bewegungen gibt es auch in den 14 anderen ehemaligen Kolonien (darunter Neuseeland, Kanada und Jamaika, welches wohl bereits 2025 zur Republik wird). Im letzten Jahr gab der Karibikstaat Barbados der Monarchie den Laufpass und im Jahr 1992 war es Mauritius im Indischen Ozean, welches sich zur Republik erklärte.
Wenn die Königin erst einmal beerdigt wurde und langsam wieder die Normalität in die Politik einkehrt, dürfte die Debatte erst richtig beginnen. Für nicht wenige Menschen in den ehemaligen britischen Kolonien war das ganze Konstrukt einfach nur eng mit der Königin verbunden, die immerhin sieben Jahrzehnte lang auf dem Thron saß. Sie gab der Monarchie eine gewisse Reputation, die Charles nicht einmal ansatzweise besitzt. Dies macht es den Republikanern in den jeweiligen Ländern einfacher, entsprechende Referenden anzusetzen und davon auszugehen, dass die Mehrheit der Wähler für die Abschaffung der Monarchie stimmen wird.
Queen Elizabeth II hielt den Laden mit ihrer schieren Präsenz zusammen, nicht weil sie irgendetwas Besonderes gesagt oder getan hat. Sie hat repräsentiert und sich weitestgehend in nobler Zurückhaltung geübt. Das verschaffte ihr auch Respekt in den "Dominions".
Bei Charles, der sich weltweit in verschiedenen globalistischen Organisationen engagiert, sieht dies wohl etwas anders aus. Auch dies könnte ihm nun zum Verhängnis werden.



