Die Groteske des Ukraine-Krieges erreicht eine neue Stufe der Absurdität. Während auf dem Schlachtfeld längst klar ist, dass die ukrainische Armee mehr Löcher als Substanz aufweist, feilscht man in Washington und Brüssel um gigantische Waffendeals, die an eine Mischung aus Selbstbetrug und Wirtschaftsförderprogramm für den US-Rüstungssektor erinnern. Hundert Milliarden Dollar, die Europa gar nicht hat, sollen aus den ohnehin ausgehöhlten Staatskassen zusammengekratzt werden, um Waffen zu kaufen, die Amerika (derzeit) nicht liefern kann – und das alles, um Soldaten auszurüsten, die die Ukraine angesichts der enormen Verluste seit dem russischen Einmarsch nicht mehr hat.
Dass Wolodymyr Selenskyj im schicken Anzug beim Treffen im Weißen Haus auflief, ist da fast schon symbolträchtig. Der Schauspieler im Präsidentenkostüm präsentierte dem Westen eine Wunschliste, die mit der Realität ungefähr so viel zu tun hat wie die Energiewende mit Versorgungssicherheit. Die Ukraine verspricht den Amerikanern, für hundert Milliarden Waffen zu kaufen – selbstverständlich auf Kredit (als ob Kiew das jemals zurückzahlen könnte) und selbstverständlich von europäischem Geld vorfinanziert. Und weil das noch nicht reicht, soll ein weiterer Fünfzig-Milliarden-Deal zur Drohnenproduktion folgen. Dass dabei die eigene Industrie eingebunden wird, klingt wie ein Hauch von Autarkie, ist aber nichts anderes als eine weitere Bettelei um westliche Milliarden, die ins Nichts verpuffen.
Der eigentliche Adressat dieses absurden Theaterstücks ist Donald Trump. Der hat bereits klargestellt, dass er nichts verschenken, sondern verkaufen will. Ein klarer Schnitt zu Ex-Präsident Bidens Strategie, die früher auf endlose Geschenke, endlose Kriegsverlängerung und endlose Illusionen setzte. Doch anstatt das Signal zu verstehen, dass selbst Amerika die Lust am endlosen Geldverbrennen verloren hat, wirft Europa sein letztes Hemd in den Abgrund. Man könnte fast meinen, es handle sich hier um ein gigantisches Subventionsprogramm für die US-Rüstungsindustrie – nur dass die Subventionen nicht freiwillig, sondern erzwungen sind.
Natürlich fehlt es auch nicht an der altbekannten Russland-Dämonisierung. Wer nicht in der NATO-Logik verharrt, dass Putin nur darauf wartet, halb Europa zu erobern, wird als „Kreml-Troll“ oder „Desinformationsverbreiter“ abgestempelt. Dass es vor 2014 weder einen nennenswerten NATO-Beitrittswunsch in der Ukraine gab, noch Russland irgendwelche territorialen Ansprüche stellte, wird konsequent verschwiegen. Ebenso, dass westliche Strategen seit Jahrzehnten davor warnten, die Ukraine in den Orbit der NATO zu zerren – weil genau das einen Krieg provozieren würde. Nun ist der Krieg da, die Ukraine zerstört, Europa geschwächt, Russland gefestigt. Und die westlichen Strategen? Sie verdoppeln ihren Einsatz im verlorenen Spiel.
Das Narrativ ist inzwischen so brüchig wie die ukrainische Frontlinie. Der Krieg ist verloren, die Amerikaner ziehen sich diskret zurück, und die Europäer sollen die Scherben aufsammeln. Doch anstatt die Realität anzuerkennen, dass die Ukraine nicht gewinnen kann und dass es keine „Rückkehr zur Krim 1991“ geben wird, fabuliert man weiter von „mehr Druck auf Putin“. Als ob ein Wirtschaftskrieg, der Europa härter trifft als Russland, plötzlich die Wende herbeiführen würde. Die EU-Strategen benehmen sich wie Spieler im Casino, die bereits Haus und Hof verzockt haben, aber noch den Familienschmuck in den Automaten werfen.
Es ist ein geopolitisches Trauerspiel. Europa macht sich nicht nur zum Zahlmeister, sondern auch zum politischen Statisten in einem Krieg, den andere angezettelt und längst für verloren erklärt haben. Glenn Diesen brachte es auf den Punkt: Europa gibt Geld aus, das es nicht hat, für Waffen, die Amerika nicht hat, um Soldaten zu bewaffnen, die die Ukraine nicht mehr hat. Der Satz ist so entlarvend, dass er eigentlich in jede Geschichtsschreibung gehört, die sich einmal mit dem Niedergang Europas beschäftigen wird.
Dass die westlichen Eliten in Washington und Brüssel lieber Millionen Menschen in den Abgrund schicken, als zuzugeben, dass sie falsch lagen, überrascht mittlerweile kaum noch. Glenn Greenwald fasst das Desaster treffend zusammen: Die Ukraine kann nicht gewinnen, doch anstatt das endlich zu akzeptieren, wird ein sinnloser, tödlicher Krieg weiter befeuert – nicht aus strategischer Vernunft, sondern aus purer ideologischer Verblendung.
Am Ende wird nicht nur die Ukraine zerstört, sondern auch Europa geopfert – auf dem globalistisch-liberalen Altar, der Unterwerfung. Während Amerika sich auf einen Deal mit Russland vorbereitet und seine eigenen Interessen wahrt, bleibt Europa als naiver Erfüllungsgehilfe zurück. Was bleibt? Eine zerstörte Ukraine, ein deindustrialisierter Kontinent und die Gefahr, dass das Ganze in einem nuklearen Inferno endet. Und das alles, weil man die Realität nicht sehen wollte.



