Deutsche Unternehmen haben insgesamt 10 Milliarden Euro (etwas mehr als 10 Milliarden Dollar) abgeschrieben, weil sie sich im Zuge der westlichen Sanktionen aus dem russischen Markt zurückgezogen haben, berichtete das Handelsblatt am Montag.

Vermögenswerte, die mit Russland oder Weißrussland in Verbindung stehen, einschließlich Forderungen und Wertpapiere, wurden in den Bilanzen abgeschrieben, da sie nicht in der Lage sind, künftige Erträge zu erwirtschaften, heißt es in dem Bericht.

In dem Bericht wird der Fall des deutschen Energieriesen Uniper angeführt, der in der ersten Jahreshälfte Verluste in Höhe von mehr als 12 Milliarden Euro verzeichnete, die vor allem auf geringere russische Gaslieferungen über die Gaspipeline Nord Stream 1 zurückzuführen waren, wodurch das Unternehmen gezwungen war, Gas zu höheren Preisen anderweitig einzukaufen.

Zu den Verlusten gehören auch Wertminderungen in Höhe von 2,7 Milliarden Euro im Zusammenhang mit der Stornierung der Nord Stream 2-Gaspipeline, die Uniper finanziell unterstützt hat.

Angesichts der beispiellosen Energiekrise in Europa gehören die Verluste von Uniper zu den größten in der deutschen Unternehmensgeschichte.