Am Freitag rügte der australische Verteidigungsminister Peter Dutton China für seine Diskrepanz zwischen der Darstellung, dem Frieden verpflichtet zu sein, und der Realität. "Wir sind alle mit den häufigen Behauptungen der chinesischen Regierung vertraut, dass sie sich für Frieden, Zusammenarbeit und Entwicklung einsetzt", sagte Dutton in einer Rede in der Hauptstadt Canberra.
"Und doch sind wir Zeugen einer erheblichen Diskrepanz zwischen den Worten und den Taten. Wir haben sehr genau beobachtet, wie die chinesische Regierung zunehmend alarmierende Aktivitäten unternommen hat", fügte er hinzu. Unmittelbar vor seinen Ausführungen hatte die australische Regierung an diesem Wochenende bekannt gegeben, dass ein chinesisches Spionageschiff vor kurzem entlang der australischen Küste beobachtet wurde, wo es sich drei Wochen lang aufhielt.
"Das Spionageschiff Yuhengxing soll im August und September in die 200 km breite ausschließliche Wirtschaftszone Australiens in der Nähe von Darwin eingedrungen sein", berichtete Seven News Australia. "Es segelte dann südlich bis nach Sydney und passierte dabei eine Reihe wichtiger Militärgebiete, bevor es über die Tasmanische See nach Neuseeland fuhr.
Unter Beobachtung
Die australische Bundesregierung erklärte, das Innenministerium habe das Schiff "genau beobachtet", und ein hochrangiger Beamter sagte: "Ich kann mit Sicherheit bestätigen, dass ein chinesisches Militärschiff vor der Ostküste Australiens operierte und die Torres-Straße durchquerte."
Das Spionageschiff passierte zwar die erwähnten Militärbasen, soll aber nicht in die australischen Hoheitsgewässer eingedrungen sein, die als 12 Seemeilen vor der Küste definiert sind. Ungeachtet dessen hat der Zwischenfall mit dem Spionageschiff die ohnehin schon starken Spannungen zwischen den beiden großen Pazifikmächten im Gefolge des AUKUS-Atom-U-Boot-Deals mit den Vereinigten Staaten noch weiter verschärft.
Harsche Reaktion Pekings
Als Reaktion auf Duttons aggressive Äußerungen vom Freitag, die sich gegen die Führung in Peking richteten, gab die chinesische Botschaft in Canberra eine Erklärung ab, in der sie seine Äußerungen anprangerte und sagte, dass seine verzerrte Sichtweise der Absichten und der Politik Chinas "Konflikte und Spaltungen zwischen Völkern und Nationen anheizt" - insbesondere durch die Irreführung seiner eigenen Leute.
"Es ist unvorstellbar, dass die chinesisch-australischen Beziehungen eine gute Dynamik entwickeln werden, wenn die australische Regierung ihre nationale Strategie auf eine derart visionäre Analyse und eine veraltete Mentalität stützt", so die Botschaft in ihrer Erklärung.
In der Zwischenzeit wird erwartet, dass China nur noch mehr Schiffe zur regelmäßigen Beobachtung der australischen Verteidigung entsenden wird. Insbesondere nachdem Pekinger Beamte die AUKUS-Vereinbarung als Signal dafür interpretiert haben, dass das Land seinen Status als atomwaffenfreie Zone aufgibt.



