Die ehemalige deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte am Donnerstag, Europa könne einen dauerhaften Frieden nur unter Einbeziehung Russlands erreichen. Merkel, die von 2005 bis 2021 deutsche Regierungschefin war, sagte dies bei einem Festakt zum 77-jährigen Bestehen der Süddeutschen Zeitung in München. Der Kalte Krieg werde so lange weitergehen, bis mit Hilfe Russlands ein dauerhafter Frieden erreicht sei, sagte sie laut der DPA.
Die ehemalige Bundeskanzlerin bezeichnete die Ereignisse in der Ukraine als "Wendepunkt" und warnte, dass die Äußerungen des russischen Präsidenten Wladimir Putin sehr ernst genommen werden müssten. "Wir alle sind gut beraten, die Worte ernst zu nehmen und sie nicht von vornherein als Bluff einzustufen", sagte Merkel.
Da man in Kiew in Bezug auf solche Äußerungen sehr allergisch reagiert, darf man davon ausgehen, dass von dort äußerst scharfe Reaktionen gegenüber der CDU-Politikern kommen werden. Immerhin vertritt sie diese Position schon seit längerem und wurde dafür von den Ukraine-Verteidigern scharf angegriffen.
Nun stellt sich nur die Frage, ob Merkel in dieser von Ideologie und Kriegsrhetorik geprägten Zeiten diesbezüglich auch Unterstützung in Berlin und Brüssel finden wird.



