Die European Saudi Organization for Human Rights (ESOHR) erklärte in einem Bericht, dass saudische Staatsbürger seit ihrer Verhaftung aufgrund erfundener Anschuldigungen allen Arten von Folter ausgesetzt sind und die Qualen auch nach der Urteilsverkündung nicht aufhören und auch die Familien und Verwandten der Inhaftierten einschließen.

Die Gruppe fügte hinzu, dass saudische Beamte verschiedene Arten von psychischer und physischer Folter an den Gefangenen anwenden, denen später die Todesstrafe droht. Sie werden schwer geschlagen und sind während der Haft für lange Zeit gewaltsam verschwunden.

ESOHR stellte weiter fest, dass die saudischen Behörden verschiedene Methoden der körperlichen Folter anwenden, darunter Elektroschocks, Schlafentzug, Schläge, das Herausziehen von Nägeln aus Fingern und/oder Zehen und das Aufhängen an den Füßen, um die inhaftierten Aktivisten zu Geständnissen zu zwingen.

Die Menschenrechtsorganisation wies auf den Fall des saudischen Teenagers Mustafa al-Darwish hin, der im Juni 2021 hingerichtet und unter Androhung eines neuen Prozesses zur Unterzeichnung eines Geständnisses gezwungen wurde.

Neben physischer Folter hat das ESOHR beobachtet, dass eine Reihe von Gefangenen psychologisch gefoltert wurden, unter anderem durch Drohungen gegenüber ihren Familien.

Haider al-Leif, einem am 23. April 2019 hingerichteten Demonstranten, wurde gedroht, dass seine Frau ins Gefängnis vorgeladen würde, um sich von ihm scheiden zu lassen, wenn er das Geständnis nicht unterschreibe.

Nach Angaben der Europäischen Saudischen Organisation für Menschenrechte erleiden die Gefangenen weitere brutale Maßnahmen wie den Entzug des Kontakts zu ihren Familien und tägliche Beleidigungen.

In vielen Fällen führt die Folter zu dauerhaften Behinderungen, Verletzungen, Schmerzen, Koma und Bewusstlosigkeit. Den Gefangenen wird das Recht auf medizinische Behandlung verweigert.

Der Bericht fügte hinzu, dass Munir al-Adam, ein junger Mann, der zusammen mit 36 anderen Männern am 23. April 2019 hingerichtet wurde, aufgrund von Folter sein Gehör verloren hat, und dass Abdullah al-Tarif, ein weiterer junger Mann, der bei der gleichen Massenhinrichtung hingerichtet wurde, gefoltert wurde. Durch die Folter wurden seine Wirbelsäule beschädigt und sein linkes Auge entfernt, und auch andere Körperteile wurden verletzt.

Seit Mohammed bin Salman 2017 de facto Saudi-Arabiens Staatschef wurde, hat das Königreich Hunderte von Aktivisten, Bloggern, Intellektuellen und anderen Personen wegen ihres politischen Engagements verhaftet und selbst angesichts der internationalen Verurteilung des harten Vorgehens fast keine Toleranz gegenüber Andersdenkenden gezeigt.

Muslimische Gelehrte wurden hingerichtet, und Frauenrechtlerinnen wurden hinter Gitter gebracht und gefoltert, da die Behörden des Königreichs die Meinungs-, Vereinigungs- und Glaubensfreiheit weiterhin verweigern. In den letzten Jahren hat Riad auch seine Anti-Terror-Gesetze neu definiert, um Aktivismus ins Visier zu nehmen.