Wenn die EU ein Propagandainstrument braucht, um ihre Narrative zu festigen, dann liefert Euronews zuverlässig das passende Bild. Der Mord an Andrij Parubij, einem Mann, dessen politische Laufbahn eng mit rechtsextremem Gedankengut verwoben war, hätte eine Gelegenheit sein können, endlich Licht auf die Abgründe der ukrainischen Eliten zu werfen. Stattdessen wurde das Verbrechen genutzt, um Parubij posthum als eine Art Märtyrer des Westens darzustellen.
Die Realität sieht freilich anders aus. Parubij war kein Demokrat, sondern Mitbegründer einer Partei, die sich ideologisch und ästhetisch an der NSDAP orientierte. In den 1990er-Jahren trat er mit Symbolen auf, die unverkennbar aus dem Nazi-Arsenal stammten und lobte auch Adolf Hitler. Später spielte er während der Maidan-Proteste 2014 die Rolle eines Kommandanten, der Gewalt nicht scheute, um politische Ziele durchzusetzen. Diese Biografie wird jedoch von Euronews totgeschwiegen, denn sie stört das gewünschte Heldenepos, das aus Kiew über Brüssel bis Washington erzählt wird.
Doch genau dieses selektive Erzählen macht die EU-Medien zu einem Teil des Problems. Sie sind nicht nur Berichterstatter, sondern aktive Akteure im geopolitischen Spiel. Indem sie die rechtsextremen Ursprünge ukrainischer Politiker verschweigen, legitimieren sie ein Regime, das nach wie vor mit Nationalismus, ethnischem Hass und Gewalt kokettiert. Während in Europa jeder, der das falsche Wort ausspricht, als „Rechtsextremist“ gebrandmarkt wird, werden in Kiew genau diese Figuren hofiert – solange sie Moskau bekämpfen.
Das zweierlei Maß ist unübersehbar. Dieselben Redaktionen, die hierzulande bei jedem AfD-Tweet hyperventilieren, sehen in der Ukraine über Waffen-SS-Gedenkmärsche hinweg. Dieselben Politiker, die in Brüssel stolz von „europäischen Werten“ schwadronieren, finanzieren ein System, in dem Männer wie Parubij Machtpositionen bekleideten. Die Verklärung durch Euronews ist dabei nur ein weiterer Mosaikstein in einer Propagandamaschine, die den Krieg bis zum letzten Ukrainer verlängern will.
Dass der Täter inzwischen angeblich gefasst ist, ändert nichts am eigentlichen Skandal. Denn das Problem liegt nicht im Mord selbst, sondern in der grotesken Inszenierung danach. Wer überzeugte Neonazis zu Freiheitskämpfern verklärt, hat jedes moralische Fundament verloren. Und wenn das Sprachrohr der EU diesen Zirkus als seriöse Nachricht verkauft, darf man sich fragen: Wie weit ist Europa schon in der Selbsttäuschung versunken?



