Schon die Covid-Lockdowns haben Lieferketten nachhaltig gestört und Produktionsausfälle verursacht, sowie wieder deutlich mehr Menschen in die Armut gestürzt. Besonders hart traf dies insbesondere die aufstrebenden Länder, die über keine solide Mittelschicht mit Ersparnissen und über keine funktionierenden Sozialsysteme verfügen, um die Härten zumindest etwas abzufedern. Doch nun kommen mit den stark steigenden Lebensmittel- und Energiepreisen (die durch den Ukraine-Konflikt verstärkt werden) weitere Probleme auf diese Länder zu. Denn für Lebensmittelsubventionen oder Steuersenkungen auf Benzin und Diesel fehlt es an finanziellen Reserven. In den letzten beiden Jahren haben sich viele dieser Regierungen weiter verschuldet und so den budgetären Spielraum ohnehin schon weiter eingeschränkt.
Nun stieg der UN Food and Agriculture World Food Price Index mit 159,3 Punkten auf ein neues Rekordhoch. Ein Plus von 33,6 Prozent innerhalb eines Jahres. Und ein Ende dieser Entwicklung ist noch lange nicht in Sicht, zumal selbst bei einer Beilegung des Ukraine-Konflikts in den nächsten Monaten die Produktion von Weizen, Mais und Sonnenblumenöl beispielsweise noch für weitere Zeit gestört bleiben wird. Auch der Mangel an Dünger (Russland ist ein großer und wichtiger globaler Produzent) wird sich für lange Zeit bemerkbar machen und das weltweite Angebot an Nahrungsmitteln dramatisch einschränken - und vor allem die Produktionskosten in die Höhe treiben. Ganz zu schweigen davon, dass die Dieselknappheit infolge der Sanktionen gegen Russland ebenso die Landwirtschaft und das Transportgewerbe hart trifft.
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Die Lebensmittelpreise steigen weltweit deutlich an[/caption]
Inzwischen haben die steigenden Lebensmittel- und Energiepreise bereits für Unruhen in Peru und Sri Lanka gesorgt. Wenn wir nun bedenken, dass gerade Länder wie Ägypten, Indonesien, Pakistan, Bangladesch und die Türkei besonders von den Weizenlieferungen aus der Ukraine abhängig sind, wird auch deutlich, dass wir dort bald die nächsten Unruhen und Proteste sehen werden. Pakistan hat jetzt schon politische Probleme und die hohen Preise könnten das Konfliktpotential noch weiter erhöhen. Insbesondere auch deshalb, weil diese Staaten ohnehin schon sehr verletzlich sind, was die Lebensmittelversorgung betrifft.
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Diese Länder sind vom Presianstieg besonders gefährdet.[/caption]
Zwar bleibt der Preis für Reis (eine wichtige Nahrungsmittelquelle insbesondere in Asien) bislang noch relativ stabil, doch auch hier werden sich die steigenden Preise für Dünger und Transport bald schon deutlich bemerkbar machen. Nicht zu vergessen, dass der Mangel an Weizen und Mais für Futtermittelzwecke teilweise bereits für einen Ersatz mit Reis führt, was ebenfalls ein Preistreiber sein wird. Insbesondere jene Länder, die auf Reisimporte angewiesen sind, um den Bedarf der Bevölkerung zu decken, werden darunter leiden. Auf den Philippinen beispielsweise, wo viele Menschen täglich umgerechnet fünf bis sechs Euro pro Tag verdienen macht sich ein Preisanstieg bei Reis von umgerechnet 0,70 auf 0,76 Euro pro Kilo - wie in den letzten Tagen aufgrund der steigenden Dieselkosten geschehen - durchaus bemerkbar.
Diese Entwicklungen sorgen weltweit für deutlich mehr Instabilität und könnten zu mehr Bürgerkriegen und Ressourcenkämpfen führen. Etwas, das man unbedingt im Auge behalten sollte. Und noch mehr: Wer selbst die Möglichkeit hat, Gemüse anzupflanzen, sollte dies auch raschest möglich tun.



