Der zunehmende Nahrungsmittelprotektionismus der Länder könnte eine massive Hungerkrise verschärfen, die die Welt noch in diesem Jahr im Sturm erobern könnte. Laut Bloomberg ist Indonesien, der größte Palmölproduzent der Welt, das jüngste Land, das protektionistische Maßnahmen ergreift, um die heimische Nahrungsmittelknappheit zu lindern. Präsident Joko Widodo kündigte am Freitag an, dass das Exportverbot für alle Speiseöle und Palmölprodukte am 28. April in Kraft treten werde.
Widodo sagte in einer Fernsehsendung, die Maßnahmen zielten darauf ab, die Versorgung der heimischen Märkte mit Speiseöl nach einem dramatischen Preisanstieg sicherzustellen. "Ich werde die Umsetzung dieser Politik überwachen und bewerten, damit die Verfügbarkeit von Speiseöl auf dem heimischen Markt reichlich und erschwinglich wird", sagte er.
Nach dieser Nachricht wetten die Händler darauf, dass sich das weltweite Angebot an Speiseöl und Palmölprodukten noch weiter verknappen wird. Die Sojaöl-Futures in den USA stiegen um mehr als 3 Prozent auf ein Rekordhoch von 84 Cent pro Pfund.
"Die Nachricht wird sicherlich ein Chaos auslösen", sagte Paramalingam Supramaniam, Direktor des in Selangor ansässigen Maklers Pelindung Bestari. "Wir haben den größten Produzenten, der die Ausfuhr von Palmölprodukten verbietet, was die ohnehin schon knappe Verfügbarkeit von Pflanzenöl weltweit noch unsicherer macht", so Supramaniam.
Der Ukraine-Konflikt hat den globalen Speiseölmarkt durcheinander gebracht. Auf die Schwarzmeerregion entfallen 76 Prozent der weltweiten Sonnenblumenölexporte. Die kommerziellen Transporte in die Region wurden vor allem dadurch gestört, dass die Versicherer für Schiffe sehr hohe Kriegsprämien verlangen, die eine Versicherung der Fracht nahezu unmöglich machen.
Der Schritt Indonesiens trägt zum wachsenden Protektionismus im Lebensmittelbereich bei, da mehrere andere Länder, darunter Argentinien, die Ausfuhrsteuern auf Speiseöle erhöht haben. Inzwischen haben Moldawien, Ungarn und Serbien einige Getreideexporte verboten.
Der zunehmende Lebensmittelprotektionismus ist eine weitere Sorge für Importeure, die von anderen Ländern (z. B. im Nahen Osten und in Afrika) abhängig sind, da er zu Engpässen führen und Unruhen auslösen kann.



